GroKo

Wie stark ist Angela Merkel noch?

Foto: NRZ

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Nach den Zugeständnissen an die SPD grummelt es in der Union vernehmbar. Trotzdem ist klar: Die Kanzlerin steht unangefochten an der Spitze.

Die neue Bundeskanzlerin wird so heißen wie die alte: Angela Merkel. Die SPD-Mitglieder werden zustimmen. Weil die Mehrheit der Bevölkerung das will. Weil die Mehrheit des Parlaments das will. Weil sonst nicht nur der bedauernswerte Martin Schulz abgeräumt wäre, sondern die neuen Hoffnungsträger Andrea Nahles und Olaf Scholz gleich mit.

Merkel geht also in ihre vierte Amtszeit. Hat sie noch die Kraft zu regieren? Hat sie noch den Schwung für die notwendigen Innovationen? Man hatte zuletzt nicht den Eindruck, dass sie stark und mit Fortune durch die Gespräche mit Grünen und FDP, dann mit der SPD führte. Andere drängen sich da lauter und selbstverliebter vor die Mikrofone. Das ist Merkels Sache nicht.

Sie wusste, dass sie Zugeständnisse machen musste. Wenn’s gelingen soll, darf sich niemand als Sieger, niemand als Verlierer fühlen. Wenn man die Reaktionen aus den Lagern verfolgt, scheint das gelungen zu sein. Der SPD hat Merkel große Schlüsselressorts zugestanden. Das gefällt selbstverständlich nicht allen in der Union. Gut möglich, dass das Grummeln nun lauter wird. Gut so. Die Partei braucht wahrnehmbare Stimmen, die klar machen, wofür die CDU steht. Ihre Vorsitzende hat da eine Beißhemmung. Sie muss die Koalition zusammenhalten.

Es gibt warnende Stimmen, die sagen, Merkel hätte wie so mancher ihrer Vorgänger den richtigen Zeitpunkt fürs Aufhören verpasst. Das wird sich erweisen. Gut für Deutschland wäre es, wenn sie den Skeptikern beweisen könnte, dass sie falsch gelegen haben.

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