Nach Angriff in Mülheim

Unzumutbare Gefahren für Gerichtsvollzieher

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Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

Gerichtsvollzieher und andere Behörden-Mitarbeiter, die Hausbesuche machen, müssen eine Chance haben, Gefahren vorher zu erkennen.

Die „Alarm-App“ für Gerichtsvollzieher, die in NRW getestet werden soll, dürfte allenfalls Sicherheit suggerieren. Wenn sie benutzt wird und die Hilfe dann endlich kommt, ist es womöglich längst zu spät. Deeskalationstrainings mögen in vielen Fällen helfen, riskante Situationen erst gar nicht entstehen zu lassen. Aber machen wir uns nichts vor: Immer öfter haben es Gerichtsvollzieher und andere Behörden-Mitarbeiter mit extrem gewaltbereiten Menschen zu tun, denen man nicht unvorbereitet entgegentreten sollte.

Die vielen Übergriffe in den vergangenen Jahren zeigen deutlich: Gerichtsvollzieher müssen – wie Polizisten – die Chance haben, sich vorher über mögliche Gefahren zu informieren, um gegebenenfalls gleich mit Begleitung zur Wohnung des Schuldners zu fahren. Die heutige Situation ist diesen Frauen und Männern jedenfalls nicht zuzumuten. Polizeibeamte würden sich allein gar nicht erst in solche Gefahren begeben.

Minister sollten hier eng zusammen arbeiten

Wo diese Informationen am Ende herkommen, aus einer justizinternen Datenbank oder aus dem Bundeszentralregister, ist letztlich egal. Hauptsache, die Betroffenen haben Zugriff darauf, und die Informationen sind relevant. Innenminister Hebert Reul und Justizminister Peter Biesenbach wären gut beraten, hier enger zusammen zu arbeiten. Bisher scheinen sie sich bei dem Thema nicht sehr intensiv ausgetauscht zu haben.

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