Kommentar

Thalia und Mayersche schmieden Allianz gegen Amazon

Buchhandelsfilialist Thalia baut sein Filialkonzept in fast 300 Filialen komplett um. Pionierbuchladen ist Hagen. Eröffnung der neuen Filiale in Hagen am Mittwoch den 21.11.2018. Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Buchhandelsfilialist Thalia baut sein Filialkonzept in fast 300 Filialen komplett um. Pionierbuchladen ist Hagen. Eröffnung der neuen Filiale in Hagen am Mittwoch den 21.11.2018. Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Foto: Lars Heidrich

Hagen.  Zwei große Buchhandelsketten schließen sich zusammen. Warum Bündnisse für das Überleben des Buchhandels notwendig sind - ein Kommentar.

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Noch vor einigen Jahren hätten wir an dieser Stelle den Verlust an Vielfalt beklagt, der mit einer Fusion des Marktführers Thalia und des Regionalfilialisten Mayersche die Buchhandlungslandschaft ein Stück weiter austrocknet. Heute steht ein solcher Zusammenschluss nicht mehr unter dem Verdikt der Konzentration, sondern im hoffnungsvollen Zeichen einer Allianz gegen den Onlineriesen Amazon. „Try or die“ lautet die Devise, versuch es oder stirb.

Bündnisse waren im selbstbewussten Buchhandel lange verpönt, zu eigenwillig sind die Akteure. Als sich unter der Führung von Thalia einige Händler zur Tolino-Allianz zusammenschlossen, um gegen das Amazon-Lesergerät Kindle anzutreten, gab es Häme selbst von Seiten der eigenen Standesvertretung. Aber die Tolino-Allianz funktioniert.

Stationär mag und muss man seine Unterschiede pflegen. Digital zählt das technische Know How, und das setzt zunehmend Investitionen voraus, mit denen inhabergeführte Buchläden und Regionalfilialisten überfordert sind. Thalia entwickelt sich im digitalen Sektor mehr und mehr zur Plattform, die technische Lösungen entwirft und zur Verfügung stellt. Natürlich schaden diese Bündnisse dem Buchhändler aus Hagen wirtschaftlich nicht. Aber man darf sowohl Thalia als auch der Mayerschen glauben, dass ihre Allianz vom Engagement für das Lesen getrieben wird.

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