Immobilien, Wohnen, Umwelt

Modernisierungsstop, gut für die Miete, schlecht fürs Klima

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Wenn in die Jahre gekommene Mietshäuser neue Dämmung und neue Fenster bekommen, laufen Mieter oft Sturm - dem Klima hilft das nicht.

Das Thema ist viel zu komplex, um es pauschal beurteilen zu können. In einer Zeit, in der bezahlbarer Wohnraum knapper bemessen ist, als es einer Gesellschaft gut tun kann, ist es nur logisch, dass alles versucht wird, um die ohnehin schon hohen Mieten nicht noch weiter steigen zu lassen. Es ist ja nicht allein die Miete, es sind vor allem auch die steigenden Nebenkosten für Straßenreinigung, Abwasser, Grundsteuer, Gas, Öl, Wartung und was sonst so alles anfällt, die jeden Mieter zunehmend belasten.

Und weil man das Thema Modernisierungen nur vor diesem Hintergrund diskutieren kann, kann man die Ankündigung der Vonovia, die Sanierungen ihrer Immobilien deutlich zurückfahren zu wollen, durchaus nachvollziehen. Der größte deutsche Wohnungskonzern will sich nicht vorhalten lassen, die Mieten in neue Höhe zu treiben. Wer spielt schon gerne den Prügelknaben?

Andererseits: Die Häuser des Konzerns sind vornehmlich Jahrzehnte alt. Die CO2-Bilanz ist miserabel, der Modernisierungsstau erheblich. Und eine Dämmung von Fassaden oder ein Austausch alter Fenster hilft ja nicht nur, Immobilien zu erhalten, wichtiger dürfte sogar sein, dass sie der Umwelt dienen. Insofern ist die Kehrtwende der Vonovia auch ein Rückschlag für den Klimaschutz. Auch das ist ein Punkt, der – ähnlich wie bei der aktuellen Debatte um die Diesel-Fahrverbote – nicht die Priorität bekommt, die geboten wäre. Das Land ist jedenfalls mehr denn je gefordert, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

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