Belgisches Atomkraftwerk

Keine Panikmache, aber Achtsamkeit

Das Atomkraftwerk Tihange.

Foto: Dpa

Das Atomkraftwerk Tihange.

In Angst sollte nach den Vorfällen im belgischen Tihange niemand verfallen. Trotzdem bleiben noch viele wichtige Fragen offen.

Es klingt besorgniserregend, wenn im Zusammenhang mit Atomkraftwerken die Rede von Notstopps oder Schnellabschaltungen ist. Wie gefährlich die nun bekannt gewordenen Vorfälle im belgischen Atomkraftwerk Tihange wirklich waren, müssen Experten beurteilen.

Zwar betonen die Behörden, dass die sogenannten „Precursor“ keinen Rückschluss auf die Sicherheit zuließen – ein dumpfes Gefühl erzeugen diese Nachrichten dennoch, auch weil es Fachleute gibt, die das durchaus anders sehen. Dafür sorgt schon die Tatsache, dass keine 70 Kilometer von NRW entfernt Atomreaktoren laufen, über deren Sicherheitszustand es Zweifel gibt.

Mini-Wahrscheinlichkeit

Natürlich darf man gerade im Zusammenhang mit Atomkraftwerken nicht in Panikmache verfallen, liegt doch die Wahrscheinlichkeit für einen Störfall selbst bei den Uralt-Meilern in Belgien im absoluten Promillebereich. Dennoch ist es wichtig, achtsam zu sein und Fragen zu stellen. Warum wissen deutsche Behörden schon länger von den Vorfällen in Tihange, äußern sich dazu aber erst nach Medienberichten? Was steht genau in den Berichten zu den Vorfällen, die bisher angeblich nur den belgischen Behörden vorliegen?

Das Bundesumweltministerium verweist darauf, dass es keinen Einfluss auf die Energiepolitik der Belgier hat. Trotzdem muss die deutsche Politik Druck machen. Die Idee von Armin Laschet, die Belgier mit Strom aus NRW zu versorgen, und dafür die Kraftwerke dort abzuschalten ist richtig – auch wenn dafür die Braunkohle nötig ist. Nur müssen den Worten auch Taten folgen.

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