Plastikmüll

Globale Baustelle

Jan Jessen kommentiert

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Foto: Stryewski

Vor zehn Jahren hat das kleine afrikanische Land Ruanda Plastiktüten verboten. Ruanda ist deswegen nicht untergegangen. Genauso wenig wie Marokko, Mauretanien oder Tansania – Länder, die es Ruanda nachgemacht haben. Plastik ist praktisch. Plastik ist aber auch ein immer größer werdendes Problem. 2050, so Experten, könnte mehr Plastikmüll in den Ozeanen schwimmen als Fische. Plastik ist vor allem oft auch einfach überflüssig, weswegen es gut ist, dass die Europäische Union jetzt etwas unternimmt.

Vor zehn Jahren hat das kleine afrikanische Land Ruanda Plastiktüten verboten. Ruanda ist deswegen nicht untergegangen. Genauso wenig wie Marokko, Mauretanien oder Tansania – Länder, die es Ruanda nachgemacht haben. Plastik ist praktisch. Plastik ist aber auch ein immer größer werdendes Problem. 2050, so Experten, könnte mehr Plastikmüll in den Ozeanen schwimmen als Fische. Plastik ist vor allem oft auch einfach überflüssig, weswegen es gut ist, dass die Europäische Union jetzt etwas unternimmt.

Wer Plastikteller, Trinkhalme und andere Wegwerfprodukte aus Plastik verbietet, betreibt zuallererst Symbolpolitik. Viele der Plastikpartikel in den Ozeanen stammt beispielsweise vom Abrieb von Autoreifen. Der Großteil des Plastikmülls wird aus asiatischen Ländern in die Ozeane gespült. Und der Export von Plastikmüll in ärmere Länder hält an – das ist billiger, als Plastik wiederzuverwerten. Das sind globale Baustellen, die nur global bearbeitet werden können.

Aber auch Symbolpolitik hat ihren Wert. Das Verbot der Einwegprodukte schärft das Bewusstsein dafür, dass umweltfreundliches Verhalten kein Selbstzweck ist, sondern der Gesundheit des Planeten dient. Auch beim Klimaschutz brauchte es positive Beispiele, denen andere folgen konnten. Wenn die Botschaft lautet: Ein Leben mit weniger Plastik ist möglich und bedeutet keine Einschränkungen der Lebensqualität, dann werden andere Länder nachziehen. Vielleicht wird ja auch Europa dem Beispiel des kleinen Ruanda folgen, und Plastiktüten verbieten. Zeit wäre es.

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