Tarifabschluss Metallindustrie

Flexible Lösungen sind am Arbeitsmarkt mehr denn je gefragt

NRZ Redakteur Artur vom Stein Kommentarbild Online Verwendung

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Mit vollem Rückkehrrecht dürfen Beschäftigte der Metallindustrie künftig beruflich kürzer treten. Der Tarifabschluss sichert aber auch mehr Geld.

Dass es für die Arbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie kaum einen besseren Zeitpunkt geben konnte, die eigenen Interessen durchzusetzen, ist am Tarifabschluss gut abzulesen. Zumindest für Konzerne lauten die Stichworte: Hochkonjunktur, volle Auftragsbücher und Milliardengewinne – und in solchen Zeiten, auch wenn manches Mittelstandsunternehmen durchaus kämpfen muss – gibt es wenig Argumente dafür, die Arbeitnehmer nicht am Erfolg zu beteiligen.

Gleichwohl ist eine Lohnerhöhung von 4,3 Prozent ein ziemliches Brett, das die Arbeitgeber nicht ohne Bauchgrummeln durchgewinkt haben. Und der Hinweis, sich bis Ende 2020 Ruhe an der Tariffront erkauft zu haben, klingt eher nach Alibi denn nach Überzeugung. Aber womöglich wiegt sogar noch schwerer für manche Firmen, ihren Angestellten die Möglichkeit einzuräumen, ihre Arbeitszeit zu verkürzen. Das ist modern, das entspricht dem Geist, dass Freizeit mehr wert ist als Geld – aber so verheißungsvoll eine künftige Arbeitswelt auch locken mag, noch leben wir in Zeiten von Fachkräftemangel.

Insofern ist es klug, dass jene, die gerne länger arbeiten möchten, ihre Arbeitszeit entsprechend erhöhen können. Auch das ist ein Ausdruck von Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt, die hoffentlich allen nutzt. Der aktuelle Tarifabschluss zeigt neue Wege der Tarifpolitik auf, und es wäre wünschenswert, wenn sich passgenaue Lösungen tatsächlich als beispielhaft entpuppen werden.

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