Kommentar

Diese Fragen zu Kind und Karriere stellen wir Vätern nicht

Ein Kommentar von Lena Kley zum Muttertag.

Ein Kommentar von Lena Kley zum Muttertag.

Foto: Laura Baer

Mütter müssen sich oft für ihren Lebensweg rechtfertigen – egal, wie sie sich entschieden haben. Die Vater-Rolle wird jedoch nicht hinterfragt.

Mütter leisten einiges – ob mit oder ohne Karriere. Schon als junge Frau macht man sich Gedanken darüber, wofür man sich letztlich entscheiden soll. Doch warum müssen nur wir uns diesen Schuh anziehen? Zum Kinderkriegen gehören schließlich zwei.

Selten wird dem Mann die Frage gestellt, warum er denn schon so früh nach der Geburt seines Kindes arbeiten geht. Oder, ob er es nicht schade findet, dass er sein Kind wegen des frühen Wiedereinstiegs in den Beruf nicht aufwachsen sieht.

Männern in hohen Positionen wird auch nicht gesagt, dass sie es einmal bereuen werden, keine Kinder bekommen zu haben.

Preise für Spitzenvater des Jahres

Hausmänner werden gefeiert – sie gewinnen sogar Preise. Erst kürzlich wurde der Mann der deutschen Astronautin Insa Thiele-Eich als Spitzenvater des Jahres ausgezeichnet. Der Grund: Er wird zu Hause bei den Kindern bleiben, während sie ins All fliegt. Wow.

Den Hausfrauen wird hingegen gesagt, dass sie sich von ihren Männern aushalten lassen. Wenn sie das Kind allerdings nach der Geburt in der Kita lassen, schieben sie den Nachwuchs ab. Aber Männer sind auch nicht Väter geworden, um die Kinder dann an eine andere Person abzuschieben – nämlich an die Mutter.

Erfahrungsgemäß sind es aber meist andere Frauen, die diese unangebrachten Fragen stellen, verurteilen, argwöhnen. Vielleicht sollten wir uns gegenseitig weniger das Leben schwer machen.

Männer sollten mehr einbezogen werden

Männer müssen mehr Verantwortung übernehmen. Das Problem ist auch, dass viele Frauen das gar nicht zulassen. Sie trauen ihrem Partner nichts zu, halten ihn für weniger fürsorglich. Das Kind brauche da einfach die Mutter. Schwachsinn! Würden beide Parteien akzeptieren, dass Kindererziehung Teamsache ist, würden alle davon profitieren.

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