Tradition

So wird in Indien und der Türkei Hochzeit gefeiert

In Indien hängen sich Braut und Bräutigam gegenseitig Blumenketten um den Hals.

Foto: MNStudio/Fotolia

In Indien hängen sich Braut und Bräutigam gegenseitig Blumenketten um den Hals. Foto: MNStudio/Fotolia

Essen.  Jede Kultur hat ganz unterschiedliche Bräuche – das wirkt sich auch auf Hochzeiten aus.

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Jede Kultur hat ganz unterschiedliche Bräuche – das wirkt sich auch auf Hochzeiten aus.

Bei einer türkischen Hochzeit kommen zuerst alle Freunde und Bekannte zum Haus der Braut. Dort wird viel gekocht und anschließend natürlich auch gegessen. Gegen Mittag trifft der Bräutigam mit seiner Familie am Haus der Braut ein, mit lauter Musik Hupkonzert. Den Eintritt ins Haus muss sich der Bräutigam erkaufen. Damit wird ausgedrückt, dass die Braut nicht so einfach zu haben ist. Ein männliches Familienmitglied bindet der Braut ein rotes Band um die Taille, welches die ihre Jungfräulichkeit symbolisiert, küsst sie auf die Stirn und legt ihr den Schleier übers Gesicht. Dann fährt der Bräutigam mit der Braut in einem Auto zum Feiersaal, gefolgt von der Familie. Während die Familien im Saal Gäste mit Süßigkeiten und Rosenwasser begrüßen, ist das Paar mit den Trauzeugen bei einem Fotoshooting. Anschließend fahren Braut und Bräutigam in den Saal. Dort hebt der Bräutigam den Schleier der Braut, schenkt ihr Goldschmuck und gibt ihr einen Kuss auf die Stirn, der für Wertschätzung und Liebe steht. Nun kommt der erste Tanz des Brautpaares, dem sich die ganze Familie anschließt. Oft handelt es sich dabei um den Halay, einen türkischen Volkstanz.

Eine indische Hochzeit läuft ganz anders ab: Der Bräutigam reitet auf einem Pferd zum Hochzeitssaal, begleitet von Familie, Freunden und laut spielenden Hochzeitskapellen. Die Braut jedoch bleibt bis zum Eintreffen des Bräutigams versteckt. Der Bräutigam nimmt vor einem Lagerfeuer platz und wartet auf die Braut, die sich etwas später zeigt. Zuerst binden Braut und Bräutigam sich gegenseitig Blumengirlanden um den Hals, um Verbundenheit und Treue zu symbolisieren – ähnlich wie die Eheringe. Anschließend setzen sie sich wieder vor das Lagerfeuer, ein Priester kommt und führt das indische Ritual fort mit den klassischen sieben Runden. Diese werden Pheras genannt und sind sozusagen sieben Versprechens-Runden. Das dauert insgesamt etwa drei Stunden.

Nachdem bei der türkischen Hochzeit viel getanzt wurde, wird als nächstes das Essen serviert. Als Vorspeise werden meist Brot und Ezme, ein Dip, gereicht und als Hauptspeise Hähnchen, Reis und Essigfrucht. Anschließend wird wieder getanzt.

Nach den Ritualen beginnt auch bei der indischen Hochzeit die Feier. Diesen Teil nennt man Rezeption. Sie wird mit einem Tanz von Braut und Bräutigam eröffnet. Zwischendurch jedoch tanzen die Gäste ebenfalls. Dann gibt es Essen. Dies wird bestimmt von der Braut und dem Bräutigam, jedoch werden als Vorspeise meist Pommes, Samosas, also gefüllte Teigtaschen, und anderes angeboten und als Hauptspeise Hähnchen, Reis und Salat. Außerdem werden Braut und Bräutigam mit geübten Tänzen von Familie und Freunden beglückt. Danach wird die Torte angeschnitten und Braut und Bräutigam geben sich davon gegenseitig etwas in den Mund. Zwischendurch tanzen die Gäste und das Paar. Zum Schluss werden Braut und Bräutigam mit Geld und Gold beschenkt. Der Abend neigt sich zum Ende und die Gäste machen sich wieder auf dem Heimweg. Insgesamt dauert eine indische Hochzeit etwa acht bis zehn Stunden.

Auch bei der türkischen Hochzeit werden dem Paar Geld und Gold geschenkt. Es wird laute Musik gespielt. Danach wird auch hier die Torte angeschnitten und sie geben sich gegenseitig die Torte in den Mund. Es wird noch bis lange nach Mitternacht getanzt. Dann neigt sich die Hochzeit dem Ende zu und jeder macht sich auf den Weg nach Hause. Insgesamt dauert eine türkische Hochzeit zwischen sieben bis acht Stunden.

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