Gesundheit

Wetterwechsel: So belastet der Temperaturanstieg den Körper

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Am Wochenende können wir uns auf frühlingshaftes Wetter freuen. Meteorologe Andreas Matzarakis weiß, warum der Temperaturanstieg trotzdem manchem zu schaffen macht.

Am Wochenende können wir uns auf frühlingshaftes Wetter freuen. Meteorologe Andreas Matzarakis weiß, warum der Temperaturanstieg trotzdem manchem zu schaffen macht.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Berlin.  Das Wochenende bringt Frühlingstemperaturen. Ein Temperaturanstieg von 20 Grad und mehr in einer Woche: Wie belastet das den Körper?

Nach den kalten und grauen Tagen der vergangenen Wochen sind die Aussichten für dieses Wochenende in vielen Teilen Deutschlands herrlich frühlingshaft. Fast überall werden deutlich mehr als zehn Grad erwartet, die Sonne scheint.

Vor wenigen Tagen noch eisige Kälte mit Temperaturen von unter minus zehn Grad – und nun das. Wie geht der menschliche Organismus mit einem solchen Temperatursprung von zum Teil mehr als 20 Grad Celsius um?

Meteorologe: „Körper kann sich sehr gut an das Wetter anpassen“

Der Meteorologe Professor Andreas Matzarakis vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung beim Deutschen Wetterdienst sagt: „Eigentlich kann sich der Körper sehr gut an das Wetter anpassen. Den meisten dürfte der Temperaturanstieg also kaum etwas ausmachen.“ Auch weil es sich um einen Anstieg und keinen Sprung handele. „Es ist Tag für Tag ein bisschen wärmer geworden.“

Am Wochenende, betont Matzarakis, herrschten mit dem aufkommenden Hochdruckgebiet sogar ideale Bedingungen. Und für eine Frühjahrsmüdigkeit sei es noch zu früh. „Nur Allergiker könnten jetzt schon eine höhere Pollenbelastung spüren.“

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Trotzdem gibt es Menschen, die sich unter bestimmten Wetterbedingungen nicht gut fühlen. Das sind die Wetterfühligen oder -empfindlichen. „Mehr als 50 Prozent der Menschen haben laut Befragungen das Gefühl, dass das Wetter ihre Gesundheit beeinflusst“, sagt Matzarakis. Sie leiden dann unter Kopfschmerzen, sind müde, die Gelenke schmerzen. Oder sie leiden unter Schlafstörungen.

An Wetterwechsel-Beschwerden ist nicht das Wetter Schuld

Auch Menschen mit zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck oder mit verheilten Bruchverletzungen und Narben können Veränderungen des Wetters bemerken. Aber: „Ein Wetterwechsel macht niemanden krank“, sagt der Meteorologe Matzarakis. Bei Menschen, die darauf reagierten, sei nicht das Wetter Schuld daran.

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„Es ist der Faktor, der das Fass zum Überlaufen bringt.“ Sprich: Irgendwas ist im Körper nicht in Ordnung und dessen Fähigkeit, sich an das Wetter anzupassen, ist beeinträchtigt. „Wie der Organismus reagiert, hat also damit zu tun, welche Krankheitsgeschichte ich habe – ob ich Stress habe, in welcher Umgebung ich mich befinde, ob ich gut geschlafen habe. Und auch Hormone spielen eine Rolle“, sagt Matzarakis.

So verkraftet der Körper Temperaturwechsel künftig besser

Laut dem Meteorologen lässt es sich lernen, mit Schwankungen umzugehen: „Gehen Sie raus. Bei jedem Wetter.“ So trainiere man die Fähigkeit des Körpers, sich an Veränderungen anzupassen. Lesen Sie auch: Warum der tägliche Spaziergang so gut für die Gesundheit ist.

Wer sehr empfindlich reagiert, sollte seine Aktivitäten nach sogenannten Biowettervorhersagen planen. Auch der Deutsche Wetterdienst bietet diese Vorhersagen auf seiner Website.

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