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Warentest Hundefutter: Warum Barfen gefährlich sein kann

Beim Barfen bekommen Hunde nur Rohfleisch, rohes Gemüse und Obst.

Beim Barfen bekommen Hunde nur Rohfleisch, rohes Gemüse und Obst.

Foto: Markus Scholz / dpa-tmn

Berlin  Unter Hundehaltern ist Barfen bei Hundefutter ein Trend. Die Stiftung Warentest hat untersucht, wie gut Futter mit Rohfleisch sind.

Bei Hundefutter müssen Kunden mit großen Qualitätsunterschieden rechnen. Das zeigt eine Stichprobe der Stiftung Warentest, die Hundefutter aus der Dose und tiefgekühlte Menüs aus rohem Fleisch – der Futtertrend Barfen – geprüft hat. Fast jedes dritte Feuchtfutter fiel dabei durch und erhielt die Note „mangelhaft“, heißt es in der Zeitschrift „test“.

Von den 31 untersuchten Alleinfutter-Dosen entpuppen sich vier als ungeeignet: „dm Dein Bestes“, „Fressnapf Real Nature“ sowie die teuren von „Herrmann‘s Manufaktur“ und „Herzenshund“. Laut Stiftung Warentest verzichten die Hersteller auf Vitamin- und Mineralstoffzusätze.

Ein Alleinfutter brauche diese Stoffe aber, um Hunde rundum zu versorgen, kritisieren die Tester. Weitere Negativpunkte waren falsche Werbeaussagen („hausgemacht“) oder fehlende Fütterungshinweise.

Hundefutter bei Stiftung Warentest: Keim-Gefahr bei Barf-Menüs

Alle fünf Barf-Menüs fielen mit einem „Mangelhaft“ durch. Die tiefgekühlten Fleisch-Gemüse-Mahlzeiten stehen für „biologisches, artgerechtes Rohfutter“. Hersteller dieses Futters orientieren sich bei den Zutaten an Beutetieren des Wolfs.

Im Vergleich zu Fertigfutter sei das Eiweiß von Rohfleisch für Hunde etwas besser verdaulich, so könnten empfindliche Tiere übers Barfen verträglichere Mahlzeiten bekommen. Im Test bemängelten die Prüfer jedoch fehlende Vitamine und Mineralstoffe sowie eine zu hohe Keimbelastung.

Am stärksten seien die Produkte von Procani und Tackenberg belastet. „Mangelhaft“ erhielten auch die Barf-Menüs von Dibo, Potmann und ZooRoyal.

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Barf-Menüs: Unbedingt Hygiene-Regelen einhalten

Bei Barf-Menüs sollten strenge Hygiene-Regeln beachtet werden, raten die Tester. Rohes Fleisch sollte in Haushalten, in denen Immunschwache, Senioren, Schwangere oder Kleinkinder leben, nicht verfüttert werden, da es für Menschen krankmachende Keime enthalten könne.

Fleisch und Innereien sollten stets gekühlt werden, im idealen Fall in einem separaten Kühlschrank gelagert und auf einer eigenen Arbeitsplatte zubereitet werden.

Viele Discounter-Produkte sind empfehlenswert für Hunde

Sechs Futter erwiesen sich laut Warentest als sehr gut. Vor allem für kleinere Hunde empfehlen Prüfer die Produkte von Lidl, Aldi Süd, Netto Marken-Discount (Pablo) und Penny. Die Tagesration kostet 1,36 bis 1,58 Euro. Für große Tiere seien die großen, günstigen Dosen von Edeka und Netto Marken-Discount (Sancho) (je 59 Cent) eine sehr gute Wahl.

Bestes Markenprodukt ist Pedigree (1,99 Euro). Billig bedeute dabei nicht minderwertig, lautete das Fazit. Die Prüfer fanden keine Hinweise auf minderwertige Schlachtabfälle. Auch der Eiweiß- und Zuckergehalt stimme. (mit dpa)

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