Smartphone

Das iPhone 11 ist in den Geschäften – So gut ist es wirklich

Das iPhone 11 gibt es jetzt auch in Deutschland zu kaufen. Am Freitag heißt es Schlangestehen vor dem Berliner Apple-Geschäft.

Das iPhone 11 gibt es jetzt auch in Deutschland zu kaufen. Am Freitag heißt es Schlangestehen vor dem Berliner Apple-Geschäft.

Foto: Carsten Koall / Getty Images

Berlin.  Apples neues iPhone 11 kann man jetzt kaufen. Wir konnten das Top-Modell vorab testen und erklären, warum der Dunkelmodus begeistert.

Das Schlangestehen für das neue iPhone 11 hat begonnen. Überall auf der Welt stehen die Menschen vor den Apple-Geschäften an, um eines der neuen Smartphones zu ergattern. Von jetzt an ist die neue Smartphone-Generation von Apple überall auf den Markt. Mit dem iPhone 11 will der Tech-Konzern aus Cupertino nach längerer Durststrecke mal wieder ein Zeichen setzen in Richtung der Konkurrenz von Huawei, Samsung und Co. Doch kann das Gerät überzeugen?

Und noch viel wichtiger ist die Frage, die sich jetzt nicht nur die ganz harten Apple-Fans stellen: Soll ich mir ein neues iPhone kaufen oder nicht? Wir konnten Apples neue Smartphone-Reihe schon vor Verkaufsstart testen und erklären hier, womit Tim Cook und seine Mitarbeiter punkten können.

Wie auch schon im vergangenen Jahr ist das Top-Modell in zwei Varianten erhältlich: das iPhone 11 Pro mit 5,8-Zoll-Display (ab 1149 Euro) und das etwas größere iPhone 11 Pro Max mit 6,5-Zoll-Display (ab 1249 Euro). Außerdem gibt es noch ein leicht abgespecktes Modell, das iPhone 11. Mit einem Einstiegspreisen von 799 Euro ist es dafür aber auch spürbar günstiger.

iPhone Generation 11: Design dezent angepasst

Packt man die neuen iPhones aus, sieht man, dass Apple das Aussehen kaum geändert hat. Die Pro-Modelle haben nun allerdings eine matte Rückseite. Das macht das Smartphone zwar nicht unbedingt weniger rutschig, sieht aber in allen Farben sehr wertig aus. Vor allem Gold profitiert von dem neuen Finish. Davon abgesehen sind die neuen Geräte vor allem an dem geänderten Kamera-Setup zu erkennen.

Vor allem Kamera und Akku verbessert

Wenn Verbraucher befragt werden, was ihnen am Smartphone am wichtigsten ist, stehen zwei Punkte in der Regel auf den beiden Spitzenplätzen:

  • eine gute Kamera
  • eine gute Batterielaufzeit

Und genau für diese zwei Punkte versprach Apple bei der Vorstellung der neuen Modelle erhebliche Verbesserungen. Nur leere Werbeversprechen? Nach unserem ersten Eindruck mit einem vorab verfügbaren iPhone 11 Pro müssen wir ganz klar sagen: Nein, Apple hält seine vollmundigen Versprechen durchaus – diese Kamera ist wirklich gut.

Hinkt Apple mit der Kamera hinterher?

Im Vergleich zum iPhone XS aus dem Vorjahr ist beim iPhone 11 Pro eine dritte Kamera hinzugekommen: ein Ultraweitwinkelkamera, die ein Sichtfeld von 120 Grad bietet. Geblieben sind die Weitwinkel- und die Zweifach-Telekamera – die allerdings auch weiter verbessert wurden.

Trotzdem unkten viele nach der iPhone-Vorstellung, dass Apple damit nur der Konkurrenz hinterherhinke, schließlich bieten Huawei und Samsung schon länger einen Ultraweitwinkel und haben zudem einen stärkeren Zoom.

Auf dem Papier mag das stimmen – doch die Fotos sprechen eine andere Sprache. In einem ersten kurzen Vergleich mit Samsungs Galaxy Note 10 waren die Bilder des neuen iPhones nicht nur auf Augenhöhe, sondern gefielen uns oft sogar einen Tick besser: Schärfer, mehr Details und dank satter, natürlicher Kontraste auch mehr Tiefe.

Noch etwas deutlicher ist der Unterschied zu Apples Vorjahresgerät iPhone XS — Apple hat hier wirklich spürbare Fortschritte gemacht.

Software ist wichtiger für die Bildqualität als die Kameras selbst

Wie bei allen Smartphoneherstellern spielt die Hardware vielfach nicht mehr die bestimmende Rolle für die Qualität der Bilder. Das fertige Foto, das nach dem Druck auf den Auslöser entsteht, ist zunehmend das Ergebnis aufwendiger Berechnungen – bei Apple heißt das “Next-generation SmartHDR”, eine Weiterentwicklung des im vergangenen Jahr eingeführten SmartHDR.

Schon bevor der Nutzer auf den Auslöser tippt, hat das iPhone vier unterbelichtete Bilder aufgenommen. Im Moment des Auslösens kommt ein korrekt belichtetes Bild sowie zusätzlich ein überbelichtetes Bild dazu. Apple nutzt nun Maschine-Learning und die Software erkennt so verschiedene Elemente im Bild – etwa Gesichter, den Himmel im Hintergrund und so weiter.

Teile eines Gesichts – etwa Haut – werden anschließend anders optimiert, als Elemente im Hintergrund. Google, Samsung oder Huawei machen längst ähnliches mit ihren Smartphone-Kameras. Aktuell scheint das bei Apple in vielen Fällen aber etwas besser zu funktionieren.

Das neue iOs 13 im Test – das sind die besten Funktionen

Leistungsstarke Prozessoren helfen bei der Bildberechnung

Zumindest hilfreich dürfte dabei auch sein, dass Apples schon seit Jahren mit den selbst entwickelten Prozessoren einen satten Leistungsvorsprung vor den bei Android verbauten Prozessoren hat und damit schlicht mehr Rechenpower für die Optimierung nutzen kann, ohne dass der Anwender dabei auf sein fertiges Bild warten müsste.

Doch in einem anderen Bereich hat Apple einen deutlich größeren Rückstand wett gemacht: der bislang fehlende Nacht-Modus wurde nun hinzugefügt. Den boten Google, Huawei und Samsung bereits seit einiger Zeit. Bei schlechtem Licht musste sich das iPhone XS der Konkurrenz geschlagen geben.

Test: So gut ist das neue iPhone 11 Pro wirklich
Test- So gut ist das neue iPhone 11 Pro wirklich

Neuer Dunkel-Modus

Dank neuer Weitwinkelkamera machen das iPhone 11 und das iPhone 11 Pro jetzt Bilder, die sich vor keinem Nachtmodus der Konkurrenz verstecken müssen. Auch hier werden zahlreiche Einzelbilder zu einem besser belichteten Ganzen zusammengefügt.

Das besondere am iPhone-Nachtmodus ist, dass die Bilder die nächtliche Stimmung deutlich besser beibehalten, als etwa Google das bei seinen Pixel-Smartphones tut. Wo andere Modelle auch die Schatten und Tiefen so weit anheben, dass die Szene fast wie eine merkwürdig beleuchtete Tag-Aufnahme aussieht, bleiben bei den Bildern des iPhone 11 die Schatten erhalten.

IPhone passt Belichtungszeit dynamisch an

Gleichzeitig sind die Aufnahmen ausreichend scharf und nicht übermäßig verrauscht. Das hat unter anderem auch damit zu tun, dass das iPhone die Bewegung des Motivs analysiert und außerdem erkennt, ob das Foto frei aus der Hand oder von einem Stativ geschossen wird.

In letzterem Fall wählt das iPhone eine deutlich längere Belichtungszeit. Die lässt sich übrigens auch von Hand verändern – wie groß der Spielraum ist, bestimmt das iPhone aber je nach Situation. Der Nacht-Modus lässt sich übrigens nicht manuell aktivieren – er erscheint automatisch als Wahloption zum Blitz, wenn es die Lichtverhältnisse erfordern.

iPhone-Batterie läuft länger

Ob die Akku-Laufzeit dabei tatsächlich vier Stunden beim iPhone 11 Pro und fünf Stunden beim iPhone 11 Pro Max länger ist, konnten wir in der kurzen Zeit nicht wirklich prüfen – aber der Akku beim getesteten iPhone 11 Pro Max war zumindest spürbar stärker.

Deutlich klarer ersichtlich: das bei den Pro-Geräten beigelegte 18-Watt-Netzteil lädt die Batterie tatsächlich spürbar schneller wieder auf. Schade, dass es nicht auch dem iPhone 11 beiliegt.

iPhone hat beeindruckendes Display

Das Display des iPhone 11 Pro wurde laut Apple noch einmal deutlich verbessert, es heißt nun “Super Retina XDR”. Schon das OLED-Display des iPhone XS war hervorragend. Im aktuellen Gerät hat Apple nun noch einmal an den Kontrasten geschraubt.

Außerdem wurde die Standard-Helligkeit von bereits hellen 625 Nits auf 800 Nits angehoben, für HDR-Filme und Bilder zeigt es sogar Spitzenhelligkeiten von 1200 Nits an. Das ist wirklich außerordentlich hell auf einem Smartphone-Display. Legt man XS und 11 Pro nebeneinander ist der Unterschied klar sichtbar.

Preis noch immer happig

Tatsächlich hat Apple in den wichtigen Bereichen in diesem Jahr noch einmal stark aufgeholt und mit dem iPhone 11 Pro einige Scharten gegenüber der Konkurrenz aus dem Android-Lager nicht nur ausgewetzt, sondern diese teilweise sogar übertrumpft.

Unbestreitbar bleibt allerdings, dass Apple dafür wirklich viel Geld haben will. Schon in der kleinsten Ausbaustufen mit nur 64 GB Speicher kostet ein iPhone 11 Pro 1149 Euro. Das Pro Max mit 512 GB Speicher kostet sogar 1649 Euro. Das ist happig. Um so mehr freut es da, dass Apple ausgerechnet sein günstigstes Gerät, das iPhone 11 für 50 Euro weniger anbietet als noch das iPhone XR im Vorjahr.

iPhone 11 ist die beste Wahl für die meisten Käufer

Die Abstriche die man dafür machen muss dürften für die Mehrheit der Nutzer verschmerzbar sein: Das Display des iPhone 11 ist das selbe wie das im iPhone XR – also LCD statt OLED – und hat auch spürbar weniger Auflösung.

Für sich genommen ist es aber noch immer ein sehr guter Bildschirm – erst im Vergleich zu den OLED-Schirmen der teuren Geschwister wird der Unterschied wirklich augenscheinlich.

Die fehlende Tele-Kamera ist da noch einfacher verschmerzbar. Denn abgesehen von Bildern mit einer zweifachen Vergrößerung kann die Kamera des iPhone 11 alles, was auch die Kameras der Pro-Geräte können.

Damit dürfte das iPhone 11 die Empfehlung für die meisten Nutzer sein – hier ist das Preis-Leistungs-Verhältnis schlicht am besten. Es empfiehlt sich für alle, die nicht die neuste Variante brauchen, aber auch ein Blick auf ältere Modelle – da lässt sich beim Kauf jetzt oft richtig sparen.

Leserkommentare (3) Kommentar schreiben