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Netflix, Spotify und Co. – so teilt man sich die Abo-Kosten

Wer guckt mit? Viele Streaming-Anbieter locken Familien mit teilbaren Abos.

Wer guckt mit? Viele Streaming-Anbieter locken Familien mit teilbaren Abos.

Foto: istock / iStock

Berlin.  Netflix, Spotify, Amazon, Youtube – Was die Anbieter von Streaming-Diensten erlauben und wann den Nutzern eine Konto-Sperre droht.

Ob die Erfolgsserien „Game of Thrones“ oder „Big little Lies“, alle Spiele der Bundesliga oder die neuesten Auftritte von amerikanischen Comedians: Wer wirklich überall mitreden möchte, braucht mindestens die Streaming-Dienste Netflix, Spotify und Sky für Sport, Filme, Serien oder Musik. Das kann schnell teuer werden. Da liegt es nahe, kostenpflichtige Abos mit anderen zu teilen. Doch ist das erlaubt?

Die meisten Dienste bieten Familien-Abonnements an. Und es wird unterschiedlich bewertet, wer zur Familie gehört und wer nicht. Wir erklären, mit wem man sich eine Abo teilen darf und wem nicht.

Streaming-Dienste: Was ist beim Teilen erlaubt und was nicht?

Generell gilt: Einfach so dürfen Verbraucher ein personengebundenes Konto nicht teilen. Das widerspricht in aller Regel den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Bei vielen Anbietern können Kunden ihren Zugang auf mehreren Geräten einrichten.

Die Inhalte können sie dann meist nur auf einem Gerät zur selben Zeit abrufen. Einige Nutzer umgehen dies zwar, indem sie Inhalte herunterladen, das aber kann Folgen haben. Wird das den Anbietern bekannt, können sie Accounts sperren.

Streaming: Familien-Abos sind günstiger und praktisch

Besser ist eine Alternative, die viele Streaming-Dienste von sich aus anbieten: Familien-Abos. Diese rechnen sich meist bereits ab zwei Personen. Jeder Nutzer bekommt dann sein eigenes Profil. Das ist auch praktisch: So kann jeder Nutzer seine eigenen Listen pflegen und erhält im Laufe der Zeit Vorschläge für Musik, Serien oder Filme, die auf seine Vorlieben zugeschnitten sind. Außerdem sehen nicht alle Mitglieder der Familie, was die anderen gerade streamen.

Mit wem man sein Streaming-Abo teilen darf, hängt vom Anbieter ab. Die Dienste bewerten unterschiedlich, wer zur „Familie“ zählt und wer nicht. Der Ehegatte, der mit einem zusammenwohnt, gehört sicher dazu.

Aber was ist mit der Schwester, die in einer anderen Stadt wohnt? Oder der beste Freund, der gefühlt längst zur Familie zählt? Das gemeinnützige Verbraucherportal Finanztip hat sich die Geschäftsbedingungen der Streaming-Anbieter angesehen und verrät, was erlaubt ist – und was nicht.

Modelle bei Netflix, Amazon Prime Video und Youtube Premium

Beim Videostreaming-Anbieter Netflix gibt es verschiedene Abo-Modelle: Eine Person zahlt 8 Euro im Monat, zwei aus demselben Haushalt dürfen für 12 Euro streamen und vier für 16 Euro.

Wer sich ein Netflix-Abo mit Freunden oder Familienmitgliedern aus anderen Haushalten teilt, hat allerdings wenig zu befürchten: Bislang ist Netflix bei dem Thema nicht durch Strenge aufgefallen. Eine Studie der US-amerikanischen Unternehmensberatung Magid besagt, dass über ein Drittel der 22- bis 36-Jährigen ihren Account teilen.

• Hintergrund:

• Netflix-Strategie:

Den Videodienst Prime von Amazon hingegen dürfen Kunden nicht mit anderen teilen. Ein Familien-Abo gibt es nicht. Die normalen Extras des Amazon-Prime-Abos wie eine schnellere Lieferung von Bestellungen können Mitglieder desselben Haushaltes jedoch nutzen.

Weniger bekannt als Netflix ist Youtube Premium. Das zu Google gehörende Videoportal bietet ein Abo an, mit dem zusätzliche Inhalte sowie die regulären Videos werbefrei gesehen werden können. Youtube Premium kostet monatlich 12 Euro, Studenten zahlen 7 Euro. Für 18 Euro gibt es das Familien-Abo für bis zu sechs Personen. Laut Nutzungsbedingungen müssen alle, die das Familien-Abo nutzen, dieselbe Anschrift haben.

Sky & Dazn für Sportübertragungen

Der wohl bekannteste Anbieter von Sportübertragungen in Deutschland ist Sky. Den Dienst Sky Q können sich vier Personen aus demselben Haushalt teilen und neben Sport auch Serien und Filme sehen. Das preiswerteste Abo kostet 15 Euro im Monat und geht über ein Jahr.

Die Bundesliga gibt es für 25 Euro monatlich. Sky verbietet das Teilen mit Personen außerhalb des Haushaltes ausdrücklich und geht nach eigenen Angaben auch dagegen vor. Wie genau, wollte eine Sky-Sprecherin auf Anfrage nicht sagen.

Ein wichtiger Mitbewerber von Sky ist Dazn. Dazn bietet allerdings kein Angebot zum Teilen. Für rund 12 Euro im Monat darf eine Person mit zwei Geräten den Dienst nutzen.

Spotify, Deezer & Apple Music für Musikstreaming

Spotify, Deezer und Apple Music sind die beliebtesten Musikstreaming-Dienste. Preislich unterscheiden sie sich nicht: Rund 10 Euro kostet das Monatsabo für eine Person, Studenten zahlen 5 Euro im Monat. Alle bieten für 15 Euro ein Familien-Abo an. Damit können sechs Nutzer angemeldet sein.

Ein Familien-Abo von Deezer und Spotify darf sich nur teilen, wer zusammenwohnt. Sollten die Anbieter Zweifel daran haben, können sie das Abo beenden und den Kunden sperren. „Spotify nimmt Manipulation von Aktivitäten des Streaming-Services sehr ernst“, teilt das schwedische Unternehmen auf Anfrage mit.

Apple Music darf unabhängig von Wohnsituation geteilt werden

Um Missbrauch zu erkennen, verfüge Spotify über mehrere Erkennungsmaßnahmen, die regelmäßig aktualisiert würden. Zudem würden die Nutzer des Familien-Abos regelmäßig gebeten zu bestätigen, dass sie noch an derselben Adresse wohnten.

• Hintergrund:

Das klingt nach einem ausgeklügelten System, allerdings sind weder Spotify noch Deezer für ein hartes Vorgehen bekannt. Gesperrt wird kaum jemand fürs unerlaubte Teilen.

Etwas lockerer gibt sich Apple: Apple Music darf unabhängig von der Wohnsituation mit anderen geteilt werden. Voraussetzung ist aber, dass alle in die gleiche „Apple-Familie“ eingebunden sind. Dafür brauchen sie alle auch ein Apple-Gerät. Neben dem preiswerteren Streaming bietet die „Familie“ noch weitere Vorteile: Über sie lassen sich unter anderem auch gekaufte Apps und Cloud-Speicher teilen.

Dieser Beitrag erscheint in einer Kooperation mit finanztip.de. Finanztip ist gemeinnützig und hilft Verbrauchern bei den täglichen Finanzentscheidungen.

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