Ernergie sparen

Teures Windspiel

Mini-Windanlagen für den
Heimgebrauch erweisen sich oft
als reine Spielerei.

Mini-Windanlagen für den Heimgebrauch erweisen sich oft als reine Spielerei.

Foto: dpa

Kleinwindanlagen sollen in heimischen Gärten Strom für den Eigenbedarf erzeugen. Damit sie sich lohnen, müsste es fast täglich kräftig stürmen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Markt für Kleinwindanlagen ist breitgefächert. Zu haben sind Mikrowindanlagen bis fünf Kilowatt Nennleistung, Miniwindanlagen von fünf bis 30 Kilowatt und Mittelwindanlagen von 30 bis 100 Kilowatt. Sie kommen auf Dä- cher oder auf Masten im Garten. Besonders beliebt bei vielen Nutzern sind Anlagen mit vertikaler Rotorachse. „Ihr Aussehen entspricht am ehesten unseren Vorstellungen von einer Windmühle“, erklärt Wolfram Axthelm vom Bundesverband WindEnergie. Aber Anlagen mit horizontaler Rotorachse haben fast immer einen höheren Wirkungsgrad. Das Gros der Kleinanlagen läuft erst bei Windgeschwindigkeiten von 2,5 bis drei Meter pro Sekunde an. Die Nennleistung erreichen die meisten bei deutlich mehr als zehn Meter pro Sekunde, also ab der Beaufort-Windstärke sechs. «Die Wahrscheinlichkeit, in einer Gegend mit solchen Windstärken zu wohnen, ist gering», sagt Axthelm.

„Selbst an der Nordsee gibt es Windgeschwindigkeiten von mehr als vier Beaufort im Sommer zu 30 Prozent und im Winter zu 55 Prozent. Dennoch können Kleinwindanlagen eine gute Ergänzung zur Solarthermie sein. „Wenn im Herbst und Winter die Kraft der Sonne nachlässt, aber mehr Wind zu erwarten ist, ist es eine gute Idee, Wind und Sturm für sich arbeiten zu lassen“, findet Wolfram Axthelm. Der von den Anlagen erzeugte Strom kann mit Hilfe einer Heizpatrone den Warmwasserspeicher der Heizung vorsorgen. Das wirft die Frage auf, ab wann sich die Investition rechnet. Zur Stromgewinnung oder zur Unterstützung der Heizung gilt: Um ökonomisch zu arbeiten, muss der Wind ungewöhnlich kräftig sein. „Nur in seltenen Fällen reicht die Stärke aus, um die kleinen Windräder wirtschaftlich anzutreiben“, erklärt Werner Neumann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Wer darauf vertraut, kann sein Geld gleich so in den Wind schießen.“ Für ihn sind kleine Windanlagen nicht mehr als eine Spielerei. Wolfram Axthelm vom Bundesverband WindEnergie glaubt hingegen, dass sich kleine Windkraftanlagen über den Eigenverbrauch rentieren.

Allerdings wird der selbst verbrauchte Windstrom mit 1,87 Cent pro Kilowattstunde EEG-Umlage belastet. Der Betrag steigt jährlich, ab 2017 beträgt er 2,5 Cent pro Kilowattstunde. Den Gewinn schmälern auch die hohen Anschaffungskosten der Windanlagen. Sie liegen bei 3000 bis 9000 Euro pro Kilowatt Nennleistung. Hinzu kommen jährliche Betriebskosten für Wartung, Instandhaltung und Versicherung in Höhe von zwei bis drei Prozent der Investitionskosten. Die Lebensdauer liegt bei zehn bis 20 Jahren. Als Fazit muss somit gelten: Ein großer Gewinn ist mit den Anlagen nicht zu machen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben