Ratgeber

Spardose statt Steckdose

Oft liegt schon in kleinen Verhaltensänderungen großes Einsparpotenzial.

Oft liegt schon in kleinen Verhaltensänderungen großes Einsparpotenzial.

Foto: FOTOLIA

Essen.   Unser Leben ist voller Energie – aber im Haushalt brauchen wir oft nicht alles davon. So lässt sich zu Hause ganz einfach Strom sparen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das kann doch nicht wahr sein. „Ich war zwei Monate auf einer Schulung in Belgien, aber mein Stromzähler daheim hat kräftig weitergetickt“, ärgert sich Igor Stelzer. Was hat der Single falsch gemacht? Vor allem eines: Er war sich über die versteckten Verbraucher nicht bewusst. Anders als bei der Heizung in der Wohnung ist nämlich der Stromverbrauch nicht so spürbar. Die Temperatur bei Abwesenheit senken, das ist ganz selbstverständlich. Strom einsparen? Eher weniger.

Die erste Methode zum Schärfen des Bewusstseins: Stromverbrauch prüfen. Mit einem Strom- oder Energiekostenmessgerät (rund 20 Euro) findet man ganz schnell die großen, unbewussten und versteckten Stromverbraucher. Sie können sich ein solches Gerät oft auch beim Stromversorger ausleihen, der Ihnen die Funktion erklärt und oft auch eine Checkliste zum Verbrauch beilegt.

Wenn Sie erst einmal wissen, was Computer, Kühltruhe, Klimagerät oder Beleuchtung so brauchen, dann kommt die wichtige Frage: Was brauchen Sie wann und wo? „Da hatte ich mir wenig Gedanken gemacht“, gibt Ingo Stelzer zu. Jetzt ist er ständig gedanklich auf Stand-by. Oder besser gesagt: „Ich habe das Stand-by radikal heruntergefahren“, so der 34-Jährige. Fernseher, Computer, Kaffeevollautomat – all das schaltet Stelzer jetzt entweder nur noch dann richtig ein, wenn er es braucht. Sonst sind die Geräte vom Netz getrennt. Auch die Fernbedienung arbeitet dann nicht. Einige Geräte hat der Lackierer aber auch mit einem abschaltbaren Stecker verbunden. „Und der hängt an einer Zeitschaltuhr, so dass die Geräte nicht ständig laufen.“

Natürlich geht das aber nicht bei allen Haushaltsgeräten. Der Kühlschrank etwa soll ja dauernd laufen. Wichtig ist es darum gerade, möglichst viele Altgeräte nach Möglichkeit gegen solche auf der höchsten Effizienzstufe auszutauschen.

Solcher Austausch bringt sofort dauerhaft Sparergebnisse. Jährlich lassen sich etwa mit einem neuen Kühlgerät in einem Zwei-PersonenHaushalt rund 135 Kilowattstunden sparen. Auch bei Spül- oder Waschmaschinen sind schnell hoch zweistellige prozentuale Einsparungen möglich – neben dem Strom- übrigens auch beim Wasserverbrauch. Besondere Stromfresser wie Trockner, Heizungspumpe, Fernseher oder Herd sollten dabei besonders unter die Lupe genommen werden. Oft hat sogar der Gesetzgeber dabei manches aus dem Handel gestrichen, was frü- her noch als effizient galt. Geschirrspüler etwa sind mit Energieeffizienzklasse A+ für mehr als zehn Maßgedecke inzwischen bereits die schlechtesten, die überhaupt verkauft werden dürfen. A+++ sollte es bei der Neuanschaffung schon sein.

Manchmal sind es ja ganz einfache Dinge, die beim Stromsparen helfen: „Ich nehme jetzt zum Wassererwärmen immer den Wasserkocher statt den Topf auf dem Herd – und beim Kochen im Topf kommt der Deckel drauf”, freut sich Ingo Stelzer. So banale Tricks sparen schon kräftig.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben