Sicherheit

Nachbarschaftshilfe schützt gegen Einbrecher

Ungewöhnliche Vorkommnisse im Nachbarhaus? Besser genau hinsehen.

Ungewöhnliche Vorkommnisse im Nachbarhaus? Besser genau hinsehen.

Foto: GETTY

Bei verdächtigen Beobachtungen am besten gleich die 110 wählen.

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Aufmerksame Nachbarn sind gute Helfer, wenn es darum geht, Einbrüche zu verhindern oder Gauner zu überführen. Die Polizei empfiehlt grundsätzlich, verdächtige Beobachtungen zu melden. Selbst wenn ein Einbruch dadurch nicht verhindert werden kann, ist eine Beobachtung eventuell bei den Ermittlungen hilfreich. Dafür sollte man aber immer die bundesweite Notrufnummer 110 wählen und nicht zum Beispiel die Durchwahl des örtlichen Polizeireviers, erklärt Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und Bundes in Stuttgart.

Bei einem Anruf unter der Nummer 110 ist gewährleistet, dass der Fall sofort aufgenommen und gemessen an der Dringlichkeit ein Einsatz veranlasst werden kann. Lokale Durchwahlen sind an kleinen Polizeistationen unter Umständen nicht ausreichend besetzt. Angst vor einem falschen Alarm muss niemand haben. Es ist immer besser, zu reagieren und im Zweifel den Notruf zu wählen – selbst wenn sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass es sich um eine belanglose Beobachtung gehandelt hat, erklärt Harald Schmidt. „Um einen Missbrauch des Notrufs handelt es sich nur dann, wenn ihn jemand bewusst ohne Grund wählt.“

Tatsächlich achten Einbrecher auf alle Anzeichen dafür, ob sich die Bewohner einer Wohnung im Urlaub befinden. Dazu gehö- ren auch die Fußmatten vor der Eingangstür. Denn oft legen Reinigungsdienste in einem Mehrfamilienhaus die Matten beim Putzen des Treppenhauses zur Seite und belassen sie auch so.

Der Immobilienverband IVD in Berlin rät daher, diese vor einem Urlaub in die Wohnung zu räumen, um keinen Verdacht zu erregen. Hilfreich ist auch, wenn der Wohnungs-Sitter oder Nachbar, der auch den Briefkasten regelmäßig leert, die Matten wieder in die richtige Position bringt.

Damit Nachbarn eine freistehende Immobilie gut einsehen können, sind Bewegungsmelder eine kluge Investition. Außerdem zeigt die Erfahrung, dass Diebe schnell das Weite suchen, wenn sie sich einem Haus nähern und nach einem Sensorkontakt die Außenbeleuchtung anspringt. Auf frischer Tat beobachtet zu werden, ist für jeden Einbrecher schließlich eines der gefürchtetsten Risiken.

GUT ZU WISSEN

Welche Tageszeit bevorzugen Einbrecher? Häufig ist es der Tag, also eine
Zeit, zu der viele Bewohner unterwegs sind. Dies trifft auf mehr als ein Drittel aller Wohnungseinbrüche zu (41,8 Prozent). Allerdings ist davon auszugehen, dass die Zahlen noch höher sind. Denn bei vielen Einbrüchen lässt sich die genaue Tatzeit nicht ermitteln, etwa weil die Bewohner währenddessen im Urlaub waren.

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