Siegel

Kleine Label-Kunde

Das EU-Energielabel gehört zu den aussagekräftigen Kennzeichnungen.

Das EU-Energielabel gehört zu den aussagekräftigen Kennzeichnungen.

Foto: Rainer Jensen

Essen.  Wer ein neues Elektrogerät sucht, stößt auf zahllose Siegel. Wichtig sind nur einige von ihnen.

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Elektronische Haushaltsgeräte können im Lauf ihrer meist jahrelangen Nutzung richtig teuer werden, wenn der Energieverbrauch höher ist als gedacht. Allein beim Fernseher summieren sich täglich vier Stunden Betrieb auf knapp 1500 Betriebsstunden im Jahr, die einige hundert Euro kosten können, wenn die Flimmerkiste viel Strom verbraucht. Schon deshalb lohnt sich vor dem Kauf ein Blick auf aussagekräftige Kennzeichnungen wie dem EU-Energielabel.

Pflicht für jedes elektronische Produkt: die CE-Kennzeichnung. Damit versichert der Hersteller, dass sein Produkt den maßgeblichen EU-Richtlinien entspricht. „Bei Elektrogeräten betrifft das in der Regel die Produktsicherheit, die elektromagnetische Verträglichkeit und die Vermeidung bestimmter verbotener Stoffe“, so ein Sprecher des Zentralverbandes Elektrotechnik und Elektroindustrie (ZVEI).

Voraussetzung für den Betrieb in Europa

Um ein Qualitätssiegel handelt es sich also nicht, sondern um die Voraussetzung für den Betrieb in Europa. Ob der Hersteller das CE-Zeichen zu Recht aufgedruckt hat, prüfen die Behörden stichprobenartig. Nicht verpflichtend, aber in Deutschland oft anzutreffen ist das Siegel Geprüfte Sicherheit (GS). Es bestätigt durch ein unabhängiges Prüfinstitut, dass das Gerät den Anforderungen des Produktsicherheitsgesetzes (Paragraf 21) entspricht, also dass bei normaler Nutzung keine Risiko besteht. Es sagt nichts über Haltbarkeit oder Umweltaspekte aus.

Aussagekräftiger ist das EU-Energielabel mit bunten Balken und Informationen wie dem jährlichen Energieverbrauch in Kilowattstunden. Die Europäische Union hat die Energieverbrauchskennzeichnung vorgeschrieben und ausgedehnt: Bei Fernsehern, Kühlschränken, Lampen und sogar Autoreifen soll das Label beim Vergleichen helfen. Dabei steht der Buchstabe A für einen verhältnismäßig niedrigen Energieverbrauch, G für einen hohen.

Studie des Umweltbundesamtes

Laut einer Studie des Umweltbundesamtes hatte das EU-Energielabel schon 2014 mit den höchsten Einfluss auf die Kaufentscheidung von Verbrauchern. Dass Hersteller ihre Produkte auch wirklich tatsachengerecht mit dem jeweiligen Label auszeichnen, können die Bundesländer aber nur in Stichproben überwachen. Verbraucherschützer kritisieren zudem, dass die Laborergebnisse oft von den Messergebnissen im Alltag abweichen.

Andere Labels geben Aufschluss zu Fragen wie der Umweltverträglichkeit oder der Herstellung und haben ebenfalls ihre Berechtigung. Da ist etwa der Blaue Engel, ein freiwilliges Siegel des Bundesumweltministeriums, das bereits 40 Jahre existiert. Unternehmen müssen die Auszeichnung für ihr Produkt beantragen. Die Vergabekriterien erarbeitet das Bundesumweltamt. Berücksichtigt werden etwa Faktoren wie Langlebigkeit und Reparierbarkeit. Außerdem werden mehr Gerätetypen erfasst als beim EU-Energielabel, etwa Wasserkocher, Kaffeemaschinen, Notebooks oder Monitore.

>>> Das ist neu

Staubsauger brauchen in der EU vorerst kein Energielabel mehr, um auf den Markt zu kommen. Verbraucher, die in den kommenden Wochen einen neuen Staubsauger kaufen möchten, können sich also nicht mehr auf das bewährte Energie-Label verlassen. Das Gericht der Europäischen Union (EuG) hat im vergangenen November das Label aufgehoben, nachdem es Kritik an den zugrundeliegenden Testmethoden gegeben hatte. jain

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