Garten

Frühjahrskur für den Rasen

Übertreiben sollte man die Vorsorge nicht, doch wer sich zeitig um die grünen Halme kümmert, freut sich im Sommer über üppiges Wachstum.

Übertreiben sollte man die Vorsorge nicht, doch wer sich zeitig um die grünen Halme kümmert, freut sich im Sommer über üppiges Wachstum.

Foto: dpa

Bei der Pflege kommt es auf die richtige Reihenfolge an. Wie das Grün fit für die kommende Gartensaison wird.

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Rasen ist längst nicht gleich Rasen. Der Fachmann unterscheidet über 300 Grassorten, die in verschiedenen Kombinationen als Saatmischungen für den Garten verwendet werden. Allen Gräsern ist aber eines gemeinsam — die kalte Jahreszeit mögen sie ganz und gar nicht.

Hat der Rasen im Winter unter der Schneelast gelitten, sollte man zunächst die Flä- che mit einem Rechen oder Straßenbesen leicht bearbeiten und auf diese Weise auflockern. Danach kann der Gartenbesitzer mit der gründlichen Frühjahrskur aus Düngen, Schneiden und Vertikutieren beginnen — in dieser Reihenfolge. Mancher Hobbygärtner vertikutiert zu früh im Jahr. Dabei ist zuerst eine gute Nährstoffversorgung wichtig. Mit einem stickstoffbetonten Rasendünger erhalten die Halme genug Kraft für ein sattes Grün.

Sieben bis zehn Tage nach dem Düngen — bei Temperaturen von mindestens sieben Grad Celsius — kann der erste Schnitt des Jahres folgen. Dabei werden zugleich Laub und Verunreinigungen von der Fläche entfernt. Unter Vertikutieren versteht man das senkrechte Schneiden oder Anritzen der Grasnarbe mit speziellen Geräten. Es fördert die Bildung neuer Triebe, entfernt Rasenfilz und macht die obere Bodenschicht wieder durchlässiger für Wasser und Nährstoffe, stellt aber auch eine Schwächung der Gräser dar. Daher hilft dieser Arbeitsschritt dem Rasen nur, wenn die Grundversorgung mit Nähstoffen und die Temperaturen passend sind. Idealerweise wurde das Grün also bereits zuvor gedüngt und einbis zweimal gemäht, bevor der Vertikutierer zum Einsatz kommt. Die Schnitttiefe sollte dabei so eingestellt sein, dass das Gras nur „abgekämmt“ wird. Das entspricht ungefähr zwei bis drei Millimetern, die die Messer in den Boden eindringen. Ist der Vertikutierer zu tief eingestellt, schadet das dem Rasen mehr, als es ihm nützt. Wer etwa zwei Zentimeter tief vertikutiert, verletzt die Graswurzeln zu stark und schwächt den Rasen enorm. Das herausgeschnittene Material lässt sich mit einem Rechen abkehren oder mit einem Rasenmäher mit Fangkorb einsammeln. Dafür stellt man die Schnitttiefe des Mähers auf höchste Stufe und saugt somit den Rasenfilz ab. Anschließend kann nachgesät werden. Ein guter Termin dafür ist der Mai mit seinen milden Temperaturen.

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