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Haustier-Boom durch Corona: Wie Sie Hunde richtig versichern

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Haustier-Boom im Corona-Lockdown

Haustier-Boom im Corona-Lockdown

Vier Pfoten gegen Einsamkeit und Langeweile: In der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Haustieren in Deutschland deutlich gestiegen. Inzwischen gibt es etwa 35 Millionen Haustiere, eine Million mehr als vor der Pandemie.

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Berlin.  Im Corona-Jahr 2020 wurden so viele Haustiere wie nie adoptiert. Lesen Sie hier alle wichtigen Informationen zu Hundeversicherungen.

Die Corona-Pandemie hat dem Haustiermarkt einen ungeahnten Boom beschert. Allein die Zahl der Neuanmeldungen von Hunden beim Haustierzentralregister Tasso ist im Jahr 2020 um ein Viertel gestiegen. Eine Million Tiere mehr als 2019 sollen in unseren Haushalten leben.

So schön die Gesellschaft eines Vierbeiners ist: Frischgebackene Hundehalter sollten sich um eine Hundehaftpflichtversicherung kümmern. Denn Schäden sind schnell passiert. Reißt sich der Vierbeiner los und verursacht einen Autounfall oder beißt er aus Angst die Tierärztin, kann das für den Besitzer schnell teuer werden. In vielen Bundesländern ist die Haftpflicht für den Hund sogar vorgeschrieben – oft nur für als gefährlich eingestufte Tiere, in einigen Bundesländern sogar für jeden Hund.

Die gute Nachricht: So eine Versicherung gibt es bereits für wenig Geld. Dackel oder Dalmatiner lassen sich schon für etwa 30 Euro im Jahr versichern, Schäferhund oder Labrador für um die 40 Euro.

Kleinere Schäden lieber selbst zahlen

Wem niedrige Beiträge wichtig sind, sollte nicht bei der Versicherungssumme sparen, sondern lieber eine Selbstbeteiligung vereinbaren. So lassen sich mit einem Eigenanteil von 150 Euro im Schnitt bis zu 25 Prozent sparen, hat der Geld-Ratgeber Finanztip festgestellt.

Kleinere Schäden sollten Halter ohnehin selber zahlen. Denn die Versicherung kann nach jedem regulierten Schaden kündigen. Im Zweifelsfall zahlen Herrchen oder Frauchen also lieber die zerkauten Schuhe des Nachbarn aus eigener Tasche – und melden nur teure Fälle an die Versicherung. Auch interessant:So siegen Sie im Streit mit der Krankenkasse

Haustierversicherung: Auf die Höhe kommt es an

Der richtige Versicherungsschutz muss ausreichend hoch sein. Einige Bundesländer legen sogar Mindestsummen zur Hundehaftpflicht fest. In Berlin und Hamburg muss die Versicherungssumme mindestes eine Million Euro betragen, in Niedersachsen gelten Mindestwerte für Personen- und Sachschäden.

Im schlimmsten Fall können Schäden aber auch viel höher ausfallen – wenn beispielsweise eine durch den Hund verletzte Person eine dauerhafte Beeinträchtigung davonträgt und nicht mehr arbeiten kann. Daher sollte die Versicherungssumme insgesamt mindestens fünf Millionen Euro betragen und Personen-, Sach- sowie Vermögensschäden bis mindestens 50.000 Euro abdecken. Wer zur Miete wohnt, sollte auch Schäden an der Mietwohnung versichern. Dann zahlt die Haftpflicht auch, wenn der Hund die Zimmertür zerkratzt. Der Schutz gilt ebenso in Hotels und Ferienwohnungen.

Ein Vorteil für Verbraucher: Der höhere Schutz kostet kaum mehr, ist im Schadensfall aber besser.

Urlaub mit Hund: So sind Sie auch im Ausland gut geschützt

Irgendwann wird Reisen wieder uneingeschränkt möglich sein, und dann wollen sicher einige Neuhundebesitzer ihren Begleiter mit ins Ausland nehmen. Deswegen sollte der auch außerhalb Deutschlands versichert sein. Wer innerhalb der Europäischen Union unterwegs ist, muss nichts weiter beachten, die Tarife gelten in der Regel wie zu Hause. Ist ein längerer Auslandsaufenthalt außerhalb der EU geplant, ist zu prüfen, wie lange der Versicherungsschutz besteht. Denn das ist von Tarif zu Tarif unterschiedlich. Bei manchen gilt der Schutz für ein Jahr, bei anderen auch unbegrenzt – ein kurzer Blick in die Versicherungsdetails lohnt sich also.

Versicherungsantrag: Die richtige Hunderasse angeben

Um im Ernstfall wirklich geschützt zu sein, ist es bei Vertragsabschluss wichtig, die richtige Rasse anzugeben. Sonst kann sich die Versicherung schlimmstenfalls weigern zu zahlen. Wer einen Mischling hat, gibt die beiden (Haupt-)Rassen an.

Wer einen unkastrierten Rüden hat, sollte auch Deckungsschäden absichern. Denn wenn das Tier eine Rassehündin schwängert, fällt diese dem Züchter aus, um reinrassige Welpen zu bekommen. In diesem Fall zahlt die Versicherung dem Züchter die entgangenen Einnahmen und die Tierarztkosten durch Schwangerschaft und Geburt.

Tarife: Über ein Portal vergleichen

Über ein Vergleichsportal ist ein Tarif schnell und einfach gefunden, der alle wichtigen Leistungen enthält und günstig ist. Erst im Februar 2021 hat Finanztip entsprechende Portale untersucht. Dabei zeigte der Rechner von Verivox am häufigsten den besten Preis an – und bot darüber hinaus viele Möglichkeiten, die Tarife individuell zu filtern. Auch Plattformen wie Mr-Money und ­finanzen.de sind empfehlenswert. Nur Kampfhundbesitzer sind bei ­finanzen.de nicht ganz so gut aufgehoben: Denn für solche Rassen zeigte das Portal nur sehr teure Tarife an.

Versicherungen: Was ist mit anderen Haustieren?

Nicht nur Hunde sind in Corona-Zeiten gefragt. Auch Katzen liegen in der Gunst weit vorne. Natürlich können auch die Samtpfoten Schäden verursachen – vor allem, wenn sie regelmäßig draußen unterwegs sind. Katzenbesitzer benötigen allerdings keine spezielle Tierhalterhaftpflichtversicherung. Schä­den durch Katzen, aber auch durch andere Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster sind durch die normale Privathaftpflichtversicherung abgedeckt. Lesen Sie dazu auch: Versicherungen - warum eine Privathaftpflicht so wichtig ist

Mit dem richtigen Versicherungsschutz hält die Freude am Tier hoffentlich auch dann noch an, wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist.

Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Der Geld-Ratgeber für Verbraucher ist Teil der Finanztip-Stiftung.

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