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Fruchtig: Gelee, Marmelade, Konfitüre & Co.

Zum Frühstück sehr beliebt: Marmelade.

Zum Frühstück sehr beliebt: Marmelade.

Foto: baibaz

Auf dem Brot oder als schmackhafter Tortenguss: Gelees sorgen für ein zuckersüßes Geschmackserlebnis

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Gerade an heißen Tagen ist so ein Fruchtaufstrich eine echte Bereicherung beim Frühstück oder Abendbrot. Wie wäre es zum Beispiel mit einer erfrischenden Mischung aus Pfirsich, Himbeere und Minze oder einem mit Ingwer verfeinerten Quittengelee? Beim Experimentieren mit den unzähligen Obstsorten sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Mit Stücken oder ohne?

Wie gut, dass sich die süße Leckerei so spielend leicht selbst machen lässt: Einfach einige Früchte bzw. deren Fruchtsaft zusammen mit etwas Gelierzucker aufkochen, ein paar Stunden abkühlen lassen und fertig ist die gallertartige Substanz.

Je nach Konsistenz, Obstanteil und Zuckergehalt fällt das Endprodukt dabei jedoch in ganz unterschiedliche Kategorien, erklärt Brigitte Bengner von der Marmeladenmanufaktur Passione aus Mönchengladbach. Gelee wird im Gegensatz zu Marmeladen und Konfitüren nicht aus eingekochtem Obst hergestellt, sondern aus dem Fruchtsaft oder Nektar. Auf die gleiche Weise lässt sich übrigens auch Götterspeise herstellen: ganz einfach den gekochten Fruchtsaft mit Gelatine versetzen und abkühlen lassen.

Laut der Marmeladenexpertin eignet sich jedoch nicht jede Obstsorte gleichermaßen zur heimischen Herstellung: „Erdbeermarmelade zum Beispiel geliert meistens sehr schlecht, da die Erdbeere einen sehr niedrigen Pektingehalt hat. Daher sollte man hier eine Frucht mit hohem Pektinanteil wie zum Beispiel Mango dazugeben. Das muss auch gar nicht so viel sein, die Hauptsache ist, es schmeckt nachher noch intensiv nach Erdbeere.“

Allen, die bei einer Geschmackssorte bleiben wollen, rät Bengner, das Ganze einfach mal zwei Minuten länger zu kochen, als auf der Packung des Gelierzuckers steht. „Je mehr Wasser ausgekocht wird und verdampft, desto fester wird das Produkt.“ Und wer sich nicht sicher ist, wie fest Marmelade, Konfitüre oder Gelee sein soll, kann den Test machen: „Einfach ein Tellerchen nehmen, einen Esslöffel von der noch warmen Marmelade daraufgeben, kurz in den Kühlschrank stellen und wieder herausnehmen – wenn sie dann schwer vom Teller herunterläuft, hat sie die richtige Konsistenz.“

Aus der Natur ins Glas

Solange noch Sommer ist, lassen sich prima verschiedene Obstsorten selbst draußen in der Natur sammeln und zu lecker fruchtigem Aufstrich verarbeiten, wie auch Brigitte Bengner weiß: „Wir haben jetzt Brombeerenzeit und bald kommen die ersten Äpfel. Beide Früchte passen total gut zusammen.“

Für alle Dessertliebhaber hat sie übrigens auch noch einen leckeren Geheimtipp: „Wenn wir Gäste haben, bereite ich gerne kleine Mousse-au-Chocolat-Törtchen vor. Dazu nehme ich dann schwarze Johannisbeermarmelade, die ich ein wenig einschmelze und dann oben auf die Schokolade gebe. Das ist immer köstlich!“

Warenkunde

Welcher Aufstrich wie heißen darf, regelt die sogenannte Konfitüreverordnung. Maßgebend sind Konsistenz, Obstanteil und Zuckergehalt des fertigen Produkts.

Mix von Marmelade & Co. Foto: Elmik Marmelade darf zum Beispiel nur ein Brotaufstrich heißen, der aus Zitrusfrüchten wie Orangen, Zitronen oder Grapefruits gemacht ist. Bei Marmelade muss der Fruchtanteil mindestens 20 Prozent betragen.

Konfitüre kann aus allen Obstsorten hergestellt werden und muss einen Fruchtanteil von mindestens 35 Prozent aufweisen. Außerdem ist ein Zuckergehalt von 55 Prozent vorgeschrieben. Konfitüre extra hat einen Fruchtanteil von mindestens 45 Prozent und darf nicht aus Äpfeln, Birnen, Melonen oder Trauben bestehen.

Ganz ohne eingekochte Früchte kommt dagegen das Gelee aus. Es wird allein aus Fruchtsaft bzw. dem Nektar hergestellt und weist keine Fruchtstücke auf.

Beim Fruchtaufstrich wiederum gibt es so gut wie keine Vorschriften, da er nicht unter die Konfitüreverordnung fällt. Hier kann also jeder selbst bestimmen, in welchem Verhältnis er oder sie die einzelnen Zutaten zugibt.

Keine Chance für Keime

Damit selbstgekochte Gelees, Marmeladen und Konfitüren so lange wie möglich halten, gibt es einiges bei der Vorbereitung zu beachten.

Kontrolle: Traditionell landen Gelees, Marmeladen und Konfitüren im Glas. Wer zum ersten Mal einkocht, findet dafür Gläser mit Schraubverschluss in verschiedenen Supermärkten, Drogerien oder auch dem Internet. Routinierte Naschkatzen hingegen verwenden die Gläser jedes Jahr aufs Neue. Egal ob neu oder gebraucht, die Gläser sollten vor dem Einkochen auf Risse oder Sprünge kontrolliert werden. Glassplitter verderben nämlich auch das leckerste Gelee.

Auskochen: Bevor der fruchtig-süße Brotaufstrich ins Einmachglas gefüllt wird, sollten sie sterilisiert werden. Dadurch wird Keimen und Bakterien der Gar ausgemacht. Kochendes Wasser ist das beste Mittel, um Einmachgläser keimfrei zu bekommen. Dazu wird Wasser in einem großen Topf Wasser erhitzt. Deckel und Gläser für zehn Minuten ins kochende Wasser stellen und anschließend kurz abtropfen lassen. Nicht in Versuchung kommen, die Gläser mit einem Küchenhandtuch abzutrocknen, denn dadurch können neue Keime ins Glas kommen.

Befüllen: Die Gläser werden nahezu randvoll mit dem heißen Gelee gefüllt. Anschließend sorgfältig mit dem Deckel verschließen und das Glas für circa fünf Minuten auf den Kopf stellen. Diese Methode ermöglicht es dem Gelee-Fan schnell, undichte Deckel ausfindig zu machen. Der Unterdruck, der den Brotaufstrich haltbar macht, bildet sich beim Abkühlen des geschlossenen Glases – auch ohne, dass es auf dem Kopf stand.

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