Negativpreis

Foodwatch vergibt „Goldenen Windbeutel“ – Abstimmung läuft

Berlin.  Viele Lebensmittel glänzen durch dreiste Werbelügen. Foodwatch vergibt daher den „Goldenen Windbeutel 2019“. Die Abstimmung läuft.

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Zu viel Zucker in vermeintlich gesunden Lebensmitteln, Zusatzstoffe in angeblichen Naturprodukten, Luftverpackungen, Verpackungen, auf denen uralte Testsiegel abgedruckt sind – solche und andere Werbelügen bleiben den Verbraucherschützern der Organisation Foodwatch nicht verborgen. Nun vergibt Foodwatch wieder den „Goldenen Windbeutel 2019“. Die Abstimmung läuft.

Jedes Jahr zeichnet Foodwatch die größte Werbelüge mit dem Negativpreis aus. Auch in diesem Jahr haben die Verbraucherschützer zahlreiche Vorschläge gesammelt. Nun können Verbraucher im Internet zwischen fünf Produkten wählen.

Nominiert sind folgende Produkte:

  • Hipp: Direktsaft Karotte Bio, weil der Saft in neuer Verpackung zum doppelten Preis angeboten wird.
  • Rewe Beste Wahl: Wasabi Erdnüsse, weil die Nüsse tatsächlich lediglich 0,003 Prozent Wasabi enthalten.
  • Schwartau: Corny Protein Lower Carb, weil der Müsli-Riegel vorgibt, zu einem sportlichen und gesunden Lebensstil zu passen, tatsächlich aber zu einem Viertel aus Zucker besteht.
  • Yakult: Yakult das Original, weil der Drink aus verdünnter Milch und nutzlosen Bakterien mit einem Literpreis von 8,40 Euro ein echter Preiswucher ist.
  • Zwergenwiese: Kinder-Tomatensauce Bio, weil diese Kinderversion der Tomatensauce im Vergleich zur Erwachsenen-Version 140 Prozent mehr Zucker enthält.

Auf der von Foodwatch extra eingerichteten Seite schummelmelder.de können User laufend Werbelügen einreichen, die es ihres Erachtens nach verdient hätten, mit dem „Goldenen Windbeutel“ ausgezeichnet zu werden. In den vergangenen zwölf Monaten wurden dort mehr als 200 Produkte vorgeschlagen, wie Foodwatch auf Anfrage dieser Redaktion mitteilte.

„Goldener Windbeutel 2019“: Abstimmung läuft noch bis zum 1. Dezember

Neben den fünf Vorschlägen zur Abstimmung hat Foodwatch einen eigenen Windbeutel-Kandidaten recherchiert. Auf der Internetseite von Foodwatch läuft die Abstimmung noch bis zum 1. Dezember.

Der „Goldene Windbeutel“ wird bereits seit zehn Jahren vergeben, wobei es 2015 und 2016 eine kurze Unterbrechung gab. Ins Leben gerufen hatte die Verbraucherschutzorganisation den Negativpreis, um auf unlautere Praktiken der Lebensmittelindustrie aufmerksam zu machen: Denn Verbrauchertäuschungen seien nach EU-Recht zwar verboten, aber das Verbot lasse „genügend Spielraum für die Lebensmittelindustrie, (...) Verbraucher mit irreführenden Werbeaussagen hinters Licht zu führen – ohne dabei gegen die geltenden Kennzeichnungsregeln zu verstoßen“, wie es in einer Mitteilung heißt.

„Goldener Windbeutel“: Diese Produkte bekamen den Negativpreis bereits

In den vergangenen zehn Jahren wurden die folgenden Produkte mit dem „Goldenen Windbeutel“ ausgezeichnet:

  • 2009: Actimel von Danone
  • 2010: Monte Drink von Zott
  • 2011: Milch-Schnitte von Ferrero
  • 2012: Instant-Tees von Hipp
  • 2013: Capri-Sonne von Wild/Deutsche SiSi-Werke (Dreisteste Werbemasche bei einem Kinderprodukt)
  • 2014: Alete Trinkmahlzeiten ab dem 10. Monat (damals Nestlé)
  • 2017: Alete Kinderkeks
  • 2018: Glacéau Smartwater von Coca-Cola

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Foodwatch macht auch mit anderen Aktionen von sich Reden. Weil Ernährungsexperten immer wieder den hohen Zuckergehalt in vielen Lebensmitteln kritisieren, errechnet sie etwa den „Überzuckerungstag“: Demnach hatten Kinder bereits am 12. August dieses Jahres das Zuckerlimit für das ganze Jahr 2019 erreicht.

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