TV-Empfang

Probleme mit DVB-T2: Das können Sie tun, wenn Sender fehlen

Viele Fernsehzuschauer ärgern sich über Startschwierigkeiten mit dem neuen DVB-T2. Foto: Britta Pedersen/dpa

Viele Fernsehzuschauer ärgern sich über Startschwierigkeiten mit dem neuen DVB-T2. Foto: Britta Pedersen/dpa

Foto: Britta Pedersen / dpa

Essen.  Nach der Umstellung auf DVB-T2 klagen viele Zuschauer über Probleme beim Empfang. Ein Teil der Störungen wurde bereits behoben.

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Seit Mittwochmittag bleibt der Fernseher in zahlreichen deutschen Wohnungen und Häusern ausgeschaltet. Die Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 lief vielerorts bei weitem nicht so reibungslos, wie es der zuständige Plattformbetreiber Media Broadcast noch am Mittwoch gegenüber der Öffentlichkeit erklärte.

Zahlreiche der knapp 3,4 Millionen in Deutschland betroffenen Haushalte klagen über Störungen verschiedenster Natur. Viele Nutzer empfangen aktuell nur eine sehr limitierte Anzahl von Kanälen, häufig fehlen trotz wiederholt durchgeführtem Sendersuchlauf sogar die ARD oder die dritten Programme. Nach Angaben des Anbieters „lag ein Problem bei einzelnen Set-Top-Boxen (Digitalempfänger, Anm. d. Red.) vor, welches nun durch diverse Änderungen behoben ist. Ein erneuter Sendersuchlauf beseitigt die Störung“, erklärt Veit Olischläger vom Projektbüro DVB-T2 HD Deutschland.

Für die Privaten braucht es ein Entschlüsselungsmodul

Andere können über das terrestrische TV-Signal plötzlich keine Privatsender mehr empfangen. Hierbei ist zu beachten, dass die Privaten nunmehr ein Teil des Programmpakets von „freenet TV“ und nur in einer dreimonatigen Gratisphase ab Inbetriebnahme kostenfrei empfangbar sind. Fehlt ein spezielles Entschlüsselungsmodul (CI+ -Modul) oder ist dieses nicht von vornherein in die zum Fernsehempfang benötigte Set-Top-Box integriert, bleibt der Bildschirm schwarz.

Doch auch Bild und Ton sorgen für Ärger, was dem Anschein nach nicht nur an der individuellen Ausrichtung der jeweiligen Antenne liegt. Verstärkt wird von Verzerrungen und Rucklern auf verschiedenen Kanälen berichtet, andernorts gibt es bei perfekter Bildqualität keinen Ton. „Die Verbesserung der Empfangsqualität ist nur von Seiten des Nutzers möglich. Informationen zu Ton-Störungen liegen uns bislang nicht vor“, gibt Olischläger zu Protokoll.

Aufnahmen und Vorspulen nur noch eingeschränkt möglich

Der Zuschauer muss sich des Weiteren umgewöhnen, was die Aufzeichnung der eigenen Lieblingsshows auf bestimmten Sendern angeht. Für Programme der Mediengruppe RTL Deutschland, die neben dem gleichnamigen Flaggschiff auch n-tv, RTL 2, VOX und Super RTL umfasst, gilt bei Endgeräten mit integriertem Entschlüsselungssystem ab sofort, dass Aufzeichnungen weder vervielfältigt noch vorgespult werden können. Noch härter trifft es Nutzer von Endgeräten mit CI+ -Modulen: Eine Aufzeichnung der Programme ist grundsätzlich deaktiviert, nur vereinzelte Aufzeichnungen mit einer maximalen Aufzeichnungsgültigkeit von 90 Minuten sind gestattet. Nach Beenden der Pause-Funktion sowie beim Senderwechsel wird die hergestellte Aufzeichnung aber automatisch gelöscht.

Deutlich kulanter zeigen sich die Verantwortlichen der ProSiebenSat.1 Media SE, deren Angebot neben den Namensgebern auch Kabel 1 sowie Sat.1 GOLD und ProSieben MAXX umfasst. Bei diesen ist lediglich das komplette Überspringen von Werbeblöcken nicht möglich, normale Aufzeichnungen mit Vorspul-Funktion können weiterhin wie gewohnt angefertigt werden. Bei den öffentlich-rechtlichen Programmen gibt es unterdessen keine Aufnahmeeinschränkungen.

Manfred Hermann, Sprecher von Media Broadcast, macht Kunden diesbezüglich allerdings Hoffnung: "Wir arbeiten wir an einer Lösung, um Aufnahmen im Rahmen der von den Sendern vorgegebenen Regelungen kurzfristig wieder zu ermöglichen."

Weitere Tipps zum Empfang von DVB-T2 HD finden Nutzer hier.

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