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Coronavirus: Das passiert, wenn man die Quarantäne ignoriert

Quarantäne wegen Coronavirus: Tipps gegen die Langeweile

Lange Tage zu Hause – ohne Freunde, Reisen, Kino. Quarantäne wegen des Coronavirus ist eine Herausforderung für die Psyche. Wir zeigen, wie sie die Zeit daheim gut nutzen könne.

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Berlin.  Wer zu Infizierten Kontakt hatte, sollte sich in Quarantäne begeben. Was heißt das konkret? Diese Regeln müssen Betroffene einhalten.

  • Im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus müssen immer mehr Bürger in häusliche Quarantäne
  • Gesundheitsämter überprüfen, ob die Quarantäne eingehalten wird
  • Denjenigen, die sich nicht an die Regeln halten, drohen hohe Strafen. Bis zu 25.000 Euro Bußgeld

Es sind nicht allein die Infizierten, die unter der Ausbreitung des neuartigen Virus Sars-CoV-2 leiden. Auch der Alltag aller Kontaktpersonen verändert sich mit dem positiven Laborergebnis von Bekannten oder Kollegen. Es bedeutet für sie unter Umständen: zwei Wochen häusliche Quarantäne. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Häusliche Quarantäne: Wen betrifft es?

• positiv auf das Coronavirus getestete Personen, die keine oder nur milde Symptome haben

• Menschen, die in den vergangenen 14 Tagen in Risikogebieten waren

• Kontaktpersonen von Infizierten

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Kontaktpersonen in zwei Kategorien eingeteilt: solche mit „höherem“ und solche mit „geringerem“ Infektionsrisiko.

Bei Erstgenannten geht es zum Beispiel um Menschen, die mindestens 15 Minuten Face-to-Face-Kontakt mit dem Infizierten hatten. Sie müssen 14 Tage zu Hause bleiben – unabhängig davon, ob sie Symptome zeigen, die auf die Lungenerkrankung Covid-19 hinweisen.

Bei den anderen handelt es sich um Personen, die sich im selben Raum wie ein bestätigter Fall aufgehalten haben (Klassenzimmer oder Arbeitsplatz) und keinen mindestens 15 minütigen Face-to-Face-Kontakt hatten. Ihnen wird eine häusliche Quarantäne nur nahegelegt.

Die Dauer der Quarantäne ergibt sich aus der Inkubationszeit des Virus, also der Zeit zwischen Infektion und dem Auftreten erster Symptome. Nach aktuellem Stand beträgt die Inkubationszeit bis zu 14 Tage. Die Anordnung zur häuslichen Quarantäne erfolgt durch das jeweils zuständige Gesundheitsamt.

Was bedeutet häusliche Quarantäne konkret?

Wer sich in Quarantäne befindet, darf das Haus nicht verlassen. Also nicht zur Arbeit gehen, keine Freunde treffen, nicht einkaufen. Und natürlich auch keinen Besuch empfangen. Auch Gassi gehen ist nicht erlaubt. Ob sich auch Tiere mit dem Coronavirus anstecken können, lesen Sie hier.

Menschen in Quarantäne sollten, wenn möglich, zeitlich und räumlich getrennt von anderen Haushaltsmitgliedern leben – etwa, indem sie nicht gemeinsam am Esstisch sitzen. Auch Besteck, Geschirr und Handtücher sollten nicht gemeinsam genutzt werden.

Das Gesundheitsamt meldet sich täglich, um sich über den Gesundheitszustand informieren zu lassen. Die Betroffenen selbst müssen zwei Mal täglich Fieber messen (bis zum 14. Tag nach dem letzten Kontakt mit dem bestätigten Fall) und ein Tagebuch führen. In diesem müssen sie unter anderem festhalten, ob sie Symptome haben.

Das RKI rät außerdem, Körperkontakt zu Dritten unbedingt zu vermeiden. Auch das Badezimmer und Hygieneartikel sollten, wenn möglich, nicht geteilt werden. Wäsche sollte regelmäßig und gründlich gewaschen, Wohn- und Schlafräume regelmäßig gelüftet werden.

Am Ende der Quarantäne werden die Infizierten erneut auf das Virus getestet. Ist es negativ, kann die Quarantäne aufgehoben werden.

Welche Strafen drohen, wenn ich gegen die Quarantäne-Anordnung verstoße?

Dazu schreibt das Bundesministerium des Innern: „Die Durchsetzung von Quarantäne-Anordnungen erfolgt durch die Polizeibehörden.“ Wer gegen das Infektionsschutzgesetz verstößt, dem können demnach drastische Strafen drohen – von Geldstrafen bis hin zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) verwies darauf, dass denjenigen, die sich nicht an die Quarantäne-Regeln halten, ein Bußgeld bis zu 25.000 Euro drohe. Das Robert-Koch-Institut warnte auch vor sogenannten Corona-Partys. Denn, wer sich dort anstecke, bleibe vielleicht nicht gleich zuhause und gefährde wiederum andere. In seinem NDR-Podcast sagte Christian Drosten von der Berliner Charité: Wenn jetzt die Masernpartys wieder losgehen, dann hat unsere Gesellschaft versagt. Dann sind wir eine verfehlte Gesellschaft von Egoisten.“

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Sollte ich für eine Quarantäne Vorräte anlegen?

Zwar sollen Menschen unter häuslicher Quarantäne den Kontakt zu anderen Personen minimieren. Trotzdem können Freunde oder Angehörige außerhalb des Haushalts zum Beispiel Einkäufe erledigen. Sie sollten bei der Übergabe aber direkten Kontakt vermeiden und die üblichen Hygieneregeln einhalten. Am besten also ist es, wenn Freunde die Einkäufe vor der Tür abstellen.

Wer bei Lieferdiensten bestellt, sollte auch diesen bitten, das Essen vor der Tür abzustellen und vorher online zahlen. In den vergangenen Wochen ist es dennoch in vielen Bundesländern zu Hamsterkäufen gekommen.

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Häusliche Quarantäne: Die wichtigsten Infos auf einen Blick
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Bekomme ich in Quarantäne weiter mein Gehalt?

Ja - laut Infektionsschutzgesetz in den ersten sechs Wochen. Ab der siebten Woche einer Quarantäne wird eine Entschädigung in Höhe des Krankengelds gezahlt. Die muss der Betroffene selbst bei der dafür zuständigen Landesbehörde beantragen. Arbeitgeber können sich die Kosten für die Weiterbezahlung von der zuständigen Behörde erstatten lassen. Die Entschädigung gibt es auch für Selbstständige. Wichtige Tipps für Arbeitnehmer gibt es hier.

Kann ich in Quarantäne arbeiten?

Wer sich fit genug fühlt, kann seinen Arbeitsplatz auch ins Homeoffice verlegen – sofern die technischen Möglichkeiten es erlauben. Der Arbeitgeber muss also die notwendigen Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt haben.

Im Interview mit unserer Redaktion hat Klaus Müller, Chef der Bundesverbands der Verbraucherzentralen, aber auch betont, dass es kein Recht auf Homeoffice gibt. Die Regelungen seien von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich.

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Was mache ich, wenn ich in Quarantäne bin und Kinder habe?

Was passiert, wenn ich in Quarantäne bin mit meinen Kindern? Dürfen sie zur Schule und in die Kita? Und wie erzähle ich ihnen vom Coronavirus? Mehr zum Thema Kinder und Coronavirus lesen Sie hier: Coronavirus, Quarantäne und Kinder: Was Sie jetzt als Eltern wissen sollten.

Was mache ich, wenn ich in Quarantäne bin und einen Hund habe?

Da hilft nur: auf sein soziales Netzwerk bauen. „Sollten Sie einen Hund als Haustier haben, so bitten Sie Freunde oder Nachbarn, mit ihm für die Zeit der Quarantäne spazieren zu gehen“, schreibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in seinen „Tipps bei häuslicher Quarantäne“.

Der Gassigeher sollte jedoch die Wohnung des Infizierten nicht betreten und anschließend die Hände waschen oder desinfizieren, nachdem er Kontakt mit dem Tier oder der Leine hatte, rät der Deutsche Tierschutzbund. Wer direkten Zugang zu einem eigenen Garten besitzt, könne seinen Hund auch rauslassen, ohne selbst das Haus zu verlassen.

Alternativ könne man den Hund direkt komplett bei einer nahestehenden Person oder einer professionellen Betreuungsstelle unterbringen – so wie während eines Urlaubs.

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