Literatur

Volker W. Degeners Faustregeln aus dem Fingerspitzengefühl

Volker W. Degener

Volker W. Degener

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Essen.  Vom Glück der Weisheit zeugt der vierte Aphorismen-Band des Herner Schriftstellers Volker W. Degener unter dem Titel „Lichtung und Wahrheit“.

Mit dem Alter, sagt der alte Fontane, kommen die Krankheiten und die Auszeichnungen. Aber mit ein wenig Glück kommt auch die Weisheit – und das Vermögen, sie auf die Spitze zu treiben. Insofern muss man sich den schon lange in Herne wohnenden Schriftsteller Volker W. Degener (78) als glücklichen Menschen vorstellen: Er hat nun bereits seinen vierten Band mit Aphorismen herausgebracht – unter dem spielerischen Titel „Lichtung und Wahrheit“.

Bekenntnisse, von Lebenserfahrung durchdrungen

„Manche Faustregel“, könnte man Fontane mit Degener entgegenhalten, „entsteht erst mit Fingerspitzengefühl“. Und mancher Aphorismus bei Degener mit Wortspielerei: „Vergeblich ist das Vergeben nur selten.“

Es sind aber auch Bekenntnisse, von Lebenserfahrung und subtiler Psychologie sanft durchdrungen: „Menschen, denen ich eine Stütze bin, verleihen mir Haltung.“ Degener weiß nur zu gut, was er tut, denn „ein Aphorismus schlägt andere Aussagen um Längen.“ Auch im Schlusssatz dieses Bandes: „Zur Redefreiheit gehört auch das bewusste Schweigen.“

Volker W. Degener: Lichtung und Wahrheit. Hundert denkwürdige Aphorismen. Mit Zeichnungen von Horst-Dieter Gölzenleuchter. Edition Virgines. 77 Seiten, 14 Euro.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben