Musik

Der letzte seiner Art – Olaf der Flipper im Interview

Olaf Malolepski tritt im September in Essen auf.

Olaf Malolepski tritt im September in Essen auf.

Foto: Manfred Esser

Essen.   Vor 50 Jahren starteten die Flippers ihre Ausnahmekarriere. Die Band ist Geschichte, aber Flipper Olaf singt noch immer

Gut vier Jahrzehnte lang gaben die Flippers auf den Discofox-Tanzflächen der Republik den Takt vor, bis sich das Trio 2011 in den Ruhestand verabschiedete. Doch nicht komplett: Ein Flipper machte weiter, alleine. Mit Alben wie „Tausend rote Rosen“ oder „Ich mach’s wie die Sonnenuhr“ ist Olaf Malolepski alias „Olaf der Flipper“ seitdem auch solo erfolgreich. Stefan Moutty sprach mit dem 73-Jährigen, der im September in Essen auftritt, u.a. über ein im August erscheinendes Tribute-Album zu Ehren der Flippers.

Herr Malolepski, in diesem Jahr hätten die Flippers ihr 50-jähriges Jubiläum gefeiert. Können Sie sich noch an den ersten Auftritt erinnern?

Ja, und zwar deswegen, weil ich dort meine Frau zum ersten Mal gesehen habe. Das war 1967, ich war damals noch beim Bund und bin bei der Dancing Show Band eingestiegen – so hießen die Flippers, bevor sie sich 1969 umbenannt haben. Bei meinem ersten Konzert hat eine junge Dame vor der Bühne getanzt, bei der ich sofort wusste: Die würde ich auf der Stelle heiraten. Ich bin aber ein schüchterner Mensch, deswegen hat’s noch zwei Jahre gedauert, bis ich sie angesprochen habe. Nochmal zwei Jahre später waren wir dann verheiratet – das sind wir bis heute.

Nach dem Ende der Flippers 2011 haben Sie solo weitergemacht. Wie war es, als Sie zum ersten Mal ohne Ihre Bandkollegen auf die Bühne gegangen sind?

Das war schon komisch. Ich habe das ganze Leben lang mit einer Band gespielt und plötzlich war ich ganz alleine und musste auch die Verantwortung alleine tragen. Es hat ungefähr ein Jahr gedauert, bis ich mich dran gewöhnt hatte. Aber es hat ja gut geklappt, gleich mit dem ersten Album „Tausend rote Rosen“ hab ich Gold gemacht.

2016 verstarb dann Ihr Flippers-Kollege Manfred Durban.

Ich war gerade mit Andy Borg auf Tour, als mich mein Kollege Bernd Hengst (drittes Mitglied der Flippers, Anm, d. Red.) anrief und sagte, Manfred ist verstorben. Es kam nicht vollkommen überraschend, denn er hat ein krankes Herz gehabt. Aber er ist friedlich eingeschlafen, wie mir seine Frau erzählte.

Wie geht’s denn dem Dritten im Bunde, Sie haben ihn gerade erwähnt, Bernd Hengst?

Dem geht‘s gut. Bernd hat mit der Musik ganz abgeschlossen, er genießt jetzt den Ruhestand mit seiner Familie.

Im August erscheint ein Tribute-Album zum Flippers-Jubiläum, auf dem prominente Kollegen ihre Songs singen. Haben Sie alle Stars bekommen, die Sie wollten?

Ich habe da nur beratend mitgewirkt und zwei Songs gesungen. Aber ich habe mich zum Beispiel sehr gefreut, dass Peter Kraus mitgemacht hat, und der hat sich spontan „Weine nicht, kleine Eva“ ausgesucht. Andy Borg singt „Bye Bye Belinda“ auf seine lustige Art, Thomas Anders singt die „Lotosblume“. Ganz anders, aber wunderbar – man meint, man ist in Japan, so wie der das singt.

Als Solokünstler werden Sie immer erfolgreicher. Mit ihren sieben Alben seit 2011 haben Sie sich kontinuierlich von Platz 16 der Album-Charts bis auf Platz zwei vorgearbeitet.

Ja, beim letzten Album, „Tausendmal Ja“, waren nur die Rapper, die aus dem Echo geflogen sind, vor mir (Kollegah und Farid Bang, Anm. d. Red.). Die kannst du natürlich nicht toppen. Aber man muss immer sehen, wann ein Album erscheint. Im Herbst und Winter muss man vielleicht 80.000 oder 100.000 Platten verkaufen, um auf Platz eins zu kommen, jetzt im Sommer reichen 15.000. Chartplatzierungen sind relativ. Mit den Flippers waren wir nie auf Platz eins, aber wir haben viel mehr Platten verkauft.

Welche Songs der Flippers haben Sie noch in Ihrem Live-Programm?

Die Hälfte des Programms sind Flippers-Songs, das möchten die Leute. „Die rote Sonne von Barbados“ muss natürlich immer kommen. „Lotosblume“ darf nicht fehlen, das läuft ja auch am Ballermann rauf und runter. Die „kleine Eva“ baue ich in ein Medley ein, mit „Monja“ und „Sha La La I Love You“. Dann fließen auch schon mal Tränen, weil sich die Leute an früher erinnern.

Die Flippers waren auch für Ihre farbenfrohen Outfits bekannt. Ein Flipper ist natürlich nicht mehr so bunt wie drei. Sind Sie dennoch Ihrem Stil treu geblieben?

Ja natürlich, ich habe immer farbenprächtige Sachen an. Es hält sich aber bei mir die Waage zwischen ganz extrem bunt und normal bunt. Ich hab auch noch Paillettensachen, aber die ziehe ich selten an. 2011, als es losging mit dem Album „Tausend rote Rosen“, hatte ich mir einen roten Anzug schneidern lassen, Weltklasse sah der aus. Ein rotes T-Shirt dazu und rote Schuhe, die mir ein Schuster angefertigt hat – eine Zeitung hatte nachher geschrieben, „Olaf, das Kunstwerk in Rot“.

>>> Info: Olaf der Flipper live beim Schlagerfestival (u.a. mit den Amigos und Fantasy): 1.9. Essen (Grugahalle). Karten ab ca. 35 €.

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