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Das Essener GOP Varieté lädt zur großen „Freak Show“

GOP Varietè startet neue Bühnenshow: „Freaks

GOP Varietè startet neue Bühnenshow: „Freaks

Foto: GOP Essen

Ab dem 5. September stehen waghalsige Artisten aus aller Welt auf der Bühne – zum Einsatz kommen unter anderem Schwerter und Dolche

Das aus dem Englischen stammende Wort „Freak“ kann man heutzutage wohl am besten mit „Verrückter“ oder „(positiv) Bekloppter“ übersetzen. Schauen wir allerdings in die Vergangenheit, stellen wir fest, dass mit dem Begriff ursprünglich Personen verunglimpft wurden, die von Geburt an unter ihrem Körperbau zu leiden hatten. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zogen sogenannte „Freak Shows“ über Jahrmärkte. Kleinwüchsige, ein „Zyklopenjunge“, eine „Frau ohne Unterleib“ und nicht zuletzt „Elefantenmensch“ Joesph Merrick dienten quasi als Zootiere. Filmregisseur Tod Browning setzte diesen Menschen mit seinem Horror-Klassiker „Freaks“ anno 1932 ein Denkmal.

Von der Stange zum Schwert

Und 2019? Da stehen die „Freaks“ auf der Bühne des Essener GOP-Varietés – zumindest haben die Verantwortlichen der Entertainment-Institution im Herzen des Ruhrgebiets ihr neues Programm so genannt. Vom 5. September bis 3. November wird die Show, durch die Sänger und Komponist Elyas Khan führt, zu sehen sein – Sie können mit ein bisschen Glück bei uns Karten gewinnen.

Am ehesten der gängigen Definition eines „Freaks“ entspricht wohl nicht nur aufgrund ihres extravaganten Äußeren MisSa Blue. Früher arbeitete die ausgebildete Yoga-Lehrerin als Striptease-Tänzerin, bevor sie sich selbst die altehrwürdige Kunst des Schwertschluckens beibrachte. So bunt wie die zahlreichen Tattoos auf dem Körper der 43-Jährigen sind auch die weiteren Bestandteile der Show, die in Teilen als Hommage an die „Freak Shows“ von früher verstanden werden können: Zum Beispiel glänzt der frühere Junior-Karate-Weltmeister Gabriel Drouin, der sich für seinen Auftritt als „bärtige Lady“ verkleidet, am Cyr-Rad. Ganz ohne Griff in die Kostümkiste kommt hingegen Turnerin und Handstandakrobatin Estrella Urban aus, Gleiches gilt für das preisgekrönte Duo Hand2Stand. Camille Tremblay und ihr Partner Louis-Marc Bruneau-Dumoulin besuchten die renommierte National Circus School of Montreal und lernten dort, Vertikalseil und Vertikaltuch zu beherrschen.

Auf eine interessante Biografie kann auch Bronwen Pattison zurückblicken. Die Neuseeländerin arbeitete einst als Kostümdesignerin, bemerkte aber irgendwann, dass sich ihr außergewöhnlich biegsamer Körper perfekt dazu eignet, ins Rampenlicht gestellt zu werden. Auf der GOP-Bühne zeigt Pattison, die „Frau ohne Knochen“, eine Kontorsions-Performance.

Um Akrobatik und Körperbeherrschung geht es auch beim aus der Ukraine stammenden Trio Trilogy. Kateryna Gaidamanchuk lässt sich von ihren muskelbepackten Kollegen Vladimir Snitko und Vladimir Karvatyuk durch die Luft wirbeln und zeigt komplexe Schrauben-Salti-Kombinationen.

Comedian aus dem kalten Kanada

Nicht ganz ungefährlich. So wie die Partnerakrobatik-Vorführung, die die beiden Vladimirs darüber hinaus zeigen. Bei ihren Handstandtricks bringt das Duo zwei scharfe Dolche zwischen sich – mit der Nummer beeindruckten Snitko und Karvatyuk schon die Jury der US-amerikanischen Version von „Das Supertalent“.

Ob sich eigentlich Sébastien Tardif selbst als „Freak“ bezeichnen würde? Zumindest der Verdacht liegt nahe, wenn man weiß, dass der Kanadier schon mal im Rahmen einer Mutprobe bei minus 30 Grad Celsius einen Handstand auf offener Straße zeigte. Die GOP-Besucher unterhält Tardif allerdings nicht mit Verrenkungen bei Eiseskälte, sondern mit Stand-up-Comedy-Einlagen. Mal abwarten, ob es den einen oder anderen Witz über Verrückte und „Bekloppte“ zu hören gibt ...

>>> Info: Freaks, 5.9.-3.11., Mi+Do 20 Uhr, Fr+Sa 18+21.15 Uhr, So 14+18 Uhr, GOP-Varieté, Rottstr. 30, Essen. Karten ab ca. 32 €.

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