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Record-Store-Day: Mehr als nur schwarzes Gold

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In der Region.   Beim Record-Store-Day am 13. April gibt es Musik auf Schallplatten in vielen Formen und Farben zu kaufen.

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Es war ein kleiner Dämpfer für die deutsche Schallplatten-Industrie. Erstmals nach zwölf Jahren sank die Anzahl der Vinyl-Verkäufe 2018 wieder (um sieben Prozent), nichtsdestotrotz sind rund drei Millionen abgesetzte Scheiben ein stolzer Wert für das „schwarze Gold“, ein Medium, das in der Vergangenheit schon oft totgesagt wurde.

Nicht wenige dieser drei Millionen dürften an einem Samstag im April über die Ladentheken gegangen sein. Denn seit 2007 sorgt der vom US-Amerikaner Michael Kurtz erfundene „Record Store Day“ für volle Fachgeschäfte, manchmal sogar lange Schlangen vor den Türen.

Was den Tag für Käufer wie Verkäufer so spannend macht: Bis die insgesamt 44 in NRW teilnehmenden Händler die Lieferkartons am Samstagmorgen auspacken, wissen sie nicht, welche Kaufwünsche sie erfüllen können. Schließlich sind viele der mehr als 600 Veröffentlichungen, die exklusiv für den Record Store Day gefertigt und jeweils einige Wochen vorher angekündigt werden, strikt limitiert – zum Teil nur auf 100 Stück weltweit.

Schaut man sich einige der Platten mal genauer an, kann sich jeder Musikfan auch denken, warum. Denn die Produktionskosten für so manche Pressung dürften bei den Plattenfirmen für Stirnrunzeln sorgen. So veröffentlichten beispielsweise Toto vor zwei Jahren eine Sonderversion ihres ewigen Hits „Africa“ – das eigentlich tiefschwarze Schellack wurde in eine bunte Platte mit einer darauf abgebildeten Landkarte des gleichnamigen Kontinents verwandelt.

Und auch in diesem Jahr wird es hier und da besonders kurios: Aus dem Hause Dio kommt die auf 5000 Einheiten limitierte Neuveröffentlichung des Live-Albums „The Last In Line“. Auf dem Tonträger ist die zu einer „Pommesgabel“ geformte Hand des 2010 verstorbenen Leadsänger Ronnie James Dio zu sehen – dabei stehen Zeige- und Ringfinger sogar über die runde Schallplattenform hinaus ab. Ebenso wie die Teufelshörner und der Ziegenbart, den die Metal-Urgesteine Venom auf ihrer Single „Manitou“ abbilden.

Noch ein bisschen irrer treiben es die Death-Metaller Sectesy. So gibt es das 2017er-Album „In The Secretion Of Upcoming Days“ am 13. April in einem Boxset zu kaufen – mit farbigem Vinyl, Bierdeckel, Knochenfragmenten und Friedhofserde.

Ausgesuchte Live-Konzerte

Doch auch Fans von massentauglicheren Klängen können sich die eine oder andere Rarität sichern. Erstmals auf orangem Vinyl erscheint „Through The Past, Darkly (Big Hits Vol. 2)“, ein Best-of-Album der Rolling Stones mit Stücken wie „Paint It Black“, „Ruby Tuesday“, „Jumpin’ Jack Flash“ oder „Street Fighting Man“ – und das ans Original-Coverdesign von 1969 angelehnt in einem achteckigen Karton.

Einige der teilnehmenden Händler beschränken sich am Record Store Day aber nicht nur auf ihr Kerngeschäft, sondern buchen sogar Live-Bands und DJs für den umsatzstärksten Tag des Jahres. So darf sich das „Pop Art“ in Wuppertal ab 15 Uhr über den Besuch der Post-NDW-Band Mängelexemplar und einen Auftritt des Synth-Wave-Duos Lower Synth Department freuen. Und wer den Weg über die Landesgrenze nicht scheut, für den haben beispielsweise die Psychedelic-Rocker No Man’s Valley und Blues-Gitarrist Julian Sas im Venloer „Sounds“ ab 14 Uhr einige virtuose Riffs und Soli übrig.

>>> Infos: Record Store Day: 13.4., in der Region. Eine Übersicht über alle Veröffentlichungen, teilnehmende Plattenläden und Konzerte finden Sie auf www.recordstoredaygermany.de

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