Pokémon

Monster-Safari im Dortmunder Westfalenpark

„Pokémon GO“-Fest im Westfalenpark

„Pokémon GO“-Fest im Westfalenpark

Foto: Ranieri

Dortmund.   Zum „Pokémon GO“-Fest werden im Juli rund 170.000 Spieler erwartet. Wer dabei sein will, braucht die App und etwas Glück beim Kartenkauf

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An eine der größten Erfolgsgeschichten der Videospielhistorie glaubte am Anfang nicht mal der Erfinder. Als Satoshi Tajiri den Gaming-Konzern Nintendo im Februar 1996 beauftragte, das von ihm und seiner Entwicklerfirma Game Freak produzierte Game-Boy-Modul „Pokémon“ auf den Markt zu bringen, wurden lediglich 200.000 Exemplare in den japanischen Handel ausgeliefert. Schließlich gingen sowohl Tajiri als auch die Nintendo-Bosse davon aus, dass ein Rollenspiel mit kleinen mal mehr, mal weniger niedlichen Monstern sicher nur eine geringe Anzahl von Käufern in Japan ansprechen würde.

Ein klassischer Fall von „Denkste!“. 23 Jahre später werden Pokémon auf der ganzen Welt längst nicht mehr nur mit der mobilen Konsole gefangen und trainiert, sondern auch mit dem Smartphone. Im Juli 2016 ging die App „Pokémon GO“ an den Start, die alleine bis zum vergangenen Dezember mehr als 800 Millionen Mal heruntergeladen wurde. Die Anzahl der aktiven Spieler beziffert Nintendo aktuell mit 150 Millionen.

Mischung aus Realität und Fantasie

So reicht nur ein Bruchteil davon, um den Dortmunder Westfalenpark vom 4. bis 7. Juli an seine Kapazitätsgrenzen zu bringen: 170.000 Gamer erwartet App-Hersteller Niantic, wenn sich das Naherholungsgebiet für jeweils zehn Stunden pro Tag in eine riesige Safari-Zone verwandelt. So nennt man abgetrennte Bereiche in den Spielen, in denen besonders viele Pokémon auf engem Raum in kurzer Zeit gefangen werden können. Damit besitzt Dortmund übrigens ein Alleinstellungsmerkmal in Europa. Denn „Pokémon GO“-Feste gibt es sonst nur in Chicago und wechselnden Orten in Japan.

Wer von der virtuellen Monsterjagd bislang noch keine Notiz genommen hat, dem sei das Spielprinzip kurz erklärt: „Pokémon GO“ kreiert auf Basis der realen Umgebung und GPS-Koordinaten eine Fantasiewelt (s. Foto). Ist der Nutzer in Bewegung, tauchen auf dem Smartphone-Bildschirm nach und nach verschiedene Pokémon auf, die der Spieler per Wischbewegung mit virtuellen Bällen – den „Pokébällen“ – fangen muss. Klappt das, wird er mit Bonbons belohnt, die für das Entwickeln und Stärken der Pokémon notwendig sind.

Welche der bunten Kreaturen, von denen es im Spiel aktuell 471 in 18 verschiedenen Typen gibt, wann und wie oft auftauchen, hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Wetter, der Uhrzeit oder der Umgebung ab. So sollten sich Besucher im Westfalenpark nicht zu große Hoffnungen auf ein Geist-Pokémon machen – denn die tauchen meist nur nachts auf. Wer hingegen seine Sammlung an Pflanzen- oder Käfer-Pokémon aufstocken will, dürfte in der sattgrünen Umgebung gute Chancen haben.

Zumindest dann, wenn er überhaupt an Tickets gelangt. Um einen überfüllten Westfalenpark und eine Überlastung des Mobilfunk-Netzes und der Spiel-Server zu vermeiden, ist das Kontingent limitiert. Damit jeder eine faire Chance erhält, basiert der Kartenverkauf auf dem Zufallsprinzip. Und so funktioniert’s (vielleicht): Ab Montag, 13. Mai, kann sich jeder im Hauptmenü seiner „Pokémon GO“-App für die Ticketverlosung registrieren – und nur dort. Dabei muss eine Mail-Adresse angegeben werden, damit der Veranstalter den Spieler benachrichtigen kann, ob er zum Kauf von Eintrittskarten für sich und seine Freunde ausgelost wurde. Reine Glückssache halt – genau so wie das Fangen mancher Pokémon.

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