Konzert

Herne 3 geben Konzert in den Flottmannhallen

Wieder da: Herne 3

Wieder da: Herne 3

Foto: Handout

Herne.   Reunion-Konzert mit alten und neuen Songs am 4. Mai in den Flottmannhallen. Das neue Album folgt im Spätsommer

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Andere genießen in dem Alter längst ihre wohlverdiente Rocker-Rente. Ganz anders die gereiften Recken der Revier-Band Herne 3: Mehr als 30 Jahre nach ihrer Blütezeit startet die Gruppe unter dem Motto „Wieder da!“ ihr Reunion-Projekt. Passt ja ganz gut zu einer Kapelle, deren größter Hit einst „Immer wieder aufsteh’n“ hieß.

Anfang der 1980er-Jahre waren Herne 3 so etwas wie die Antwort des Ruhrgebiets auf Wolfgang Niedeckens Kölsch-Rocker BAP. Mit Songs wie „Aufsteh’n“, „Langeweile“, „Wofür“ oder „Wieder kein Geld“ füllten die Herner die Hallen. Mehr als 500-mal traten sie in jener Dekade auf, diverse TV-Auftritte und vier Alben machten die Truppe damals in ganz Deutschland einem großen Publikum bekannt.

Dazu trug nicht zuletzt ein Gastspiel im WDR-Rockpalast bei: Im September 1983 spielten die Sechs auf Gut Opherdicke in Holzwickede groß auf. Was Bryan Adams – er trat neben Purple Schulz und der Climax Blues Band ebenfalls beim Festival auf – zu anerkennendem Schulterklopfen und warmen Worten animierte. „Ein richtig netter Typ und Kollege“, erinnert sich Bassist Wolfgang Berke an den kanadischen Singer/Songwriter, der ein Jahr später mit „Run To You“ seinen ersten Welthit feiern sollte.

Verstärkung für die Ur-Besetzung

Berke gehört wie Sänger und Frontmann Rainer August Koslowski sowie Drummer Gerd „Theo“ Linke zu den Gründungsmitgliedern von Herne 3. Fürs aktuelle Line-up – sozusagen eine erweiterte Ur-Besetzung – hat sich das Kerntrio nun mit den beiden Gitarristen Uwe Ashoff und Olaf Scherf (der 1988 schon mal ein kurzes Gastspiel bei Herne 3 gegeben hatte) sowie der deutschitalienischen Sängerin und Keyboarderin Grazia Bradi verstärkt.

Wohlgemerkt: Es geht bei alledem keineswegs darum, dass Herne 3 das alte Zeug gnadenlos neu aufkochen. Vielmehr möchte „das Projekt Herne 3.2“ (Berke) den Spagat schaffen – zwischen den Hits von einst, frisch verpackt, gibt’s neue Songs, die der langen Bandgeschichte ein zeitgemäßes Kapitel hinzufügen sollen. Damals wie heute mit geradlinigen Rocksounds, cleveren Arrangements und deutschen Texten, die keineswegs frei von Anspruch sind.

Ein Beispiel. Anno 1982 hieß es bei Herne 3: „Hier im Ruhrpott, da fühl ich mich wohl, hier riecht’s nach Menschen und Omas gutem Kohl.“ Satte 37 Jahre danach haben die Ruhrpott-Rocker dem Revier nach dem Ende des Steinkohlebergbaus nun eine aktuelle, runderneuerte Hymne gewidmet: „Industrie wird zur Kultur, sauber fließt die alte Ruhr. Segelboote und Kanuten statt Kohlenschiffe in den Fluten. Jetzt wird auch noch die Emscher klar, durchs Stahlwerk führt ein Boulevard.“

Anfang Mai soll die neue Single „Vor so langer Zeit“ samt einem sehr hübschen Video auf der bandeigenen Homepage www.herne3.de zu sehen und hören sein. Mit viel Nostalgie und einem Schuss Wehmut spannt der Song die Brücke zwischen den Jahrzehnten: „Unsere Jugend ist Vergangenheit, doch tief ins Herz tätowiert. Unsere Neugier ist geblieben – ganz egal, was auch passiert.“

Für den Spätsommer geplant ist dann auch das neue Album „Durch dick und dünn“. Dort enthalten: weitere frische Songs wie „Nicht mit uns“ (gegen den grassierenden Rechtspopulismus und Deutschtümelei), „Meilenweit“ oder „Es ist nie zu spät“. Keine Frage, die Truppe hat offensichtlich noch ein bisschen was vor.

Übrigens: Was macht eigentlich Bryan Adams?

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