Tournee

Giorgio Moroder geht erstmals auf Live-Tournee

Der Produzent und Komponist Giorgio Moroder geht auf Tour.

Der Produzent und Komponist Giorgio Moroder geht auf Tour.

Foto: Sebastian Konopka

Essen.   Der Disco-Pate Giorgio Moroder prouzierte Welthits am laufenden Band. Mit 78 Jahres geht der Südtiroler erstmals auf Live-Tour

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Seine vier Grammys, drei Oscars und vier Golden Globes bunkert Hansjörg Moroder sicher in seinem Anwesen im kalifornischen Beverly Hills. Genügend Platz für die weit über 100 Platin- und Goldschallplatten, die der Südtiroler unter dem deutlich internationaler klingenden Künstler-Vornamen Giorgio im Laufe seiner Karriere erhalten hat, sollte er dort ebenfalls haben. Was in der beeindruckenden Vita des Musikproduzenten aber noch fehlt, ist eine Live-Tournee mit seinen größten Hits. Höchste Zeit also, das Versäumte nachzuholen.

Im stolzen Alter von 78 Jahren geht Moroder, von vielen als „Godfather (zu deutsch: Pate) of Disco Music“ bezeichnet, ab Anfang April erstmals auf Konzertreise. Auftritte als DJ absolvierte er im Laufe seiner nunmehr 60-jährigen Karriere immer wieder, doch Shows mit Liveband, Sängern und Laserinstallationen gab es bis dato nie.

Klassiker aus zwei Jahrzehnten

Wer die „Celebration Of The 80s“-Tour besucht, wird sich vermutlich wundern, wie viele der (teilweise auch aus den 70er-Jahren stammenden) Songs bestens bekannt sind, obwohl man sie nicht unbedingt sofort mit Moroder in Verbindung bringt. „Call Me“ von Blondie, „Cat People“ von David Bowie, die „Top Gun“-Filmhymne „Take My Breath Away“ von Berlin und nicht zuletzt Irene Caras „Flashdance ... What A Feeling“ – in allen Fällen stand derselbe Mann federführend hinter den Reglern.

Seinen Status als Pionier elektronischer Tanzmusik verdiente sich Moroder jedoch vor allem mit seinen Arbeiten für Donna Summer. Dabei kam es anno 1975 zunächst zu einem Skandal. Moroder produzierte den Song „Love To Love You Baby“ auf einer Länge von 17 Minuten, in denen die 2012 verstorbene Sängerin vielmehr lustvoll stöhnte als sang. Viele Radiostationen, unter anderem die BBC, boykottierten das Stück – ein Welthit wurde es trotzdem. Und nicht nur das: „Man hat ausgerechnet, dass neun Monate nach der Veröffentlichung des Liedes etwa eine Million Kinder mehr als üblich auf die Welt gekommen sind“, sagt Moroder.

Auch für Lieder wie „Hot Stuff“ oder das auf einem vollständig synthetischen, monotonen Basslauf basierende „I Feel Love“ heimste das bis zu ihrem Tod eng befreundete Duo Edelmetall ein. Klar, dass die Hits nicht nur bis heute in jede gut sortierte Disco-DJ-Plattenkiste, sondern auch in Moroders Live-Setlist gehören. „Donnas Originalstimme wird bei den Konzerten vom Band kommen, ebenso die von David Bowie“, verrät der Italiener vorab.

Alle weiteren Stücke werden aber von professionellen Künstlern live gesungen. Lediglich zweimal will der Veteran, der sich sonst um Synthies und Samples kümmert, selbst zum Mikro greifen: „Bei „Call Me“ und „What A Feeling“ werde ich mitsingen, da sind die Texte so einfach, dass ich das hinkriege. Ansonsten habe ich leider beim Singen immer ein derart schlimmes Lampenfieber, dass ich die Lyrics vergesse.“

Seinem Erfolg hat das nicht geschadet. Weiterhin fragen Musiker bei ihm kreative Beiträge an, die auch nicht immer instrumentaler Art sein müssen. So bat das französische Elektronik-Duo Daft Punk Moroder 2013 um einen gesprochenen Part für ihr Album „Random Access Memories“. In dem passend betitelten Stück „Giorgio By Moroder“ erzählt er von seiner Karriere und seinen Anfängen als Künstler: „Ich wollte jeweils ein Album mit dem Sound der 50er, 60er und 70er produzieren. Und danach den Sound der Zukunft finden.“ Ohne jeden Zweifel: Es ist ihm gelungen.

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