Freizeitführer

Susanne Wingels gibt „1000 Tipps für den Niederrhein“

Susanne Wingels hat zahlreiche Freizeittipps für den Niederrhein recherchiert und in der Buchhandlung von Matthias Hintzen präsentiert.

Susanne Wingels hat zahlreiche Freizeittipps für den Niederrhein recherchiert und in der Buchhandlung von Matthias Hintzen präsentiert.

Foto: Andreas Gebbink

Kleve.   Susanne Wingels hat einen ausführlichen Freizeitführer für die Region geschrieben – mit vielen überraschenden Details.

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Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Freizeitführern für den Niederrhein. Sie alle stürzen sich auf die Angebote zwischen Zyfflich und Willich, zwischen Straelen und Schermbeck. Viele Reiseführer kann man lesen und getrost beiseite legen: Ja, kenne ich schon. Der neue Freizeitführer von Susanne Wingels bietet da eine wohltuende Ausnahme. Die Autorin aus Bedburg-Hau hat mit „1000 Freizeittipps Niederrhein“ auf gut 190 Seiten eine akribische Arbeit vorgelegt, die vieles bietet und eines erkennen lässt: Hier hat sich jemand wirklich Mühe gegeben und den Blick auf die Besonderheiten der Region gerichtet.

Gegen die Langeweile

Auf die klassische Wochenend-Frage „Was sollen wir mal machen?“ sollte der Griff zum neuen Freizeitführer als Antwort künftig genügen. Susanne Wingels hat für 59 Orte unglaublich viele Informationen zusammen getragen. Sie berichtet über Sehenswertes, über Museen, über Freizeit- und Naturtipps, Veranstaltungen und Feste und gibt in einer kleinen Einleitung zu jedem Ort eine persönliche Notiz. Langeweile am Wochenende sollte also nicht mehr aufkommen.

Man merkt, dass die Mutter von zwei Kindern selbst Spaß am Entdecken gehabt hat. Dabei fokussierte sie ihre Recherche bewusst auf den Nutzer: „Herrenhäuser hinter hohen Hecken und abgeschlossenen Türen bringen einem nichts. Das ist Klugscheißer-Wissen, mit dem niemand etwas anfangen kann“, sagt sie mit einem Lächeln. Ihre Tipps sollen einen gewissen Aha-Effekt auslösen.

Klassiker und Geheimtipps

So erfahren die Leser aus Kleve nicht nur etwas über die Klassiker Schwanenburg und Museum Kurhaus, sondern auch über ein kleines Denkmal für Peter Minuit. Der Mann aus Wesel hatte 1626 für 60 Dollar den Indianern Manhatten abgekauft. Gemeinsam mit seiner Frau hatte er auch in der Bauernschaft Havik in Kleve-Rindern den Hoppensackhof erbaut. Eine kleine, unscheinbare Tafel hinter der Marienkapelle an der Keekener Straße Nr. 2 erinnert an Minuit.

Und nur wenigen Klevern dürfte bekannt sein, dass das üppige Bauernhaus an der Kirche in Kellen ein privates Bauernmuseum beherbergt. Die Sammlung umfasst mehr als 2000 Gegenstände und Erinnerungsstücke des bäuerlichen Lebens aus dem 17. Jahrhundert. Und so gibt es eine ganze Reihe von weiteren Informationen, die Susanne Wingels recherchiert hat. Buchhändlerin Sigrun Hintzen: „Wir kennen sie als Fleißarbeiterin und das merkt man diesem Buch auch an.“

Persönlich favorisiert Wingels die Plaggenhütten in Alpen. Die Hütten aus Heidesoden und Fundholz sind frei zugänglich und waren mal die Heimat des berüchtigten Räubers Brinkhoff.

Der Robin Hood des Niederrheins

„Für mich ist das der Robin Hood des Niederrheins“, sagt Wingels. Die Hütten seien ideal zum Verweilen und bieten gerade für Familien mit kleinen Kindern eine Menge zum Spielen. Spannend sei auch das Örtchen Wegberg mit seinen vielen Mühlen und der historischen Motte Aldeberg aus dem 12. Jahrhundert. Gesehen haben sollte man auch das Anton-Raky-Schlösschen mit seinem „Rapunzelturm“: „Das sind Orte, die richtig Spaß machen“, verspricht Wingels.

>> DIE BUCHDATEN

Susanne Wingels: 1000 Freizeittipps, Niederrhein. 192 Seiten, 15 Euro. Erschienen im Wartberg Verlag

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