Theaterkrach

Romy Schmidt und das Prinz-Regent-Theater trennen sich

Romy Schmidt im Foyer des Prinz-Regent-Theaters.

Foto: Gero Helm

Romy Schmidt im Foyer des Prinz-Regent-Theaters.

Bochum.  Nachdem man ihr nur eine einjährige Verlängerung angeboten hat, zieht die künstlerische Leiterin die Konsequenzen. Im Sommer ist für sie Schluss.

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Das Kapitel Romy Schmidt am Prinz-Regent-Theater geht zu Ende. Die künstlerische Leiterin hat ihren Rücktritt zum Ende der Spielzeit erklärt. Das als Reaktion auf das jüngst erfolgte Angebot des Trägervereins, ihren Vertrag nur um ein statt um drei Jahre verlängern zu wollen.

„Mit großem Bedauern habe ich das Angebot zur Kenntnis genommen. Es zeigt, dass der Trägerverein kein Interesse mehr hat, mit mir weiter die Zukunft des PRT zu gestalten“, schreibt Schmidt in einem offenen Brief. In nur einem Jahr, „dieser kurzen Zeit“, wäre es für sie nicht möglich, die geplanten Konzepte sinnvoll umzusetzen; welche das sind, wird nicht genannt.

Zwischenzeitliche Aufbruchstimmung

Schmidt entspricht „entschieden“ dem jüngst erhobenen Vorwurf des Trägervereins, „das Regieteam um Romy Schmidt“ sei nach wie vor der Auffassung, „Meinungsverschiedenheiten zwischen Verein und Leitung in der Öffentlichkeit“ austragen zu wollen. Dem sei nicht so.

Vielmehr habe sie die im September erfolgte Mediation mit Peter Landmann als erfolgreich empfunden. Die „zwischenzeitliche Aufbruchstimmung im Theater“ sei aber wieder verpufft.

„Allen Verpflichtungen wird nachgekommen“

„Weder verfolgte ich die Absicht noch habe ich in einer öffentlichen Stellungnahme Auskünfte über den internen Prozess gegeben“, so Schmidt. Das verkürzte Vertragsangebot zeige, dass ihrer Arbeit „perspektivisch kein Vertrauen zugesprochen“ werde. Deshalb werde sie zum Spielzeitende im Sommer Bochum verlassen. Bis dahin werde sie allen Verpflichtungen nachkommen.

Im Umfeld der Schmidt-Entscheidung gerät der PRT-Trägerverein zunehmend in die Kritik. Dessen neuem Vorsitzenden Hans H. Hanke – gleichzeitig SPD-Kultursprecher im Rat – wird von der CDU, den Linken und FDP/Stadtgestaltern vorgeworfen, von vornherein kein Interesse an einer langfristigen Vertragsverlängerung mit der Direktorin gehabt zu haben.

„Kritischer Kopf mit eigenem Willen“

„Es wurde gezielt darauf hingearbeitet, Romy Schmidt wegzukriegen“, so Christian Haardt, Bochumer CDU-Vorsitzender. Und das, obwohl die künstlerische Reputation des PRT durch sie stark gesteigert worden sei. „Aber einen kritischen Kopf mit eigenem Willen“, so Haardt, sei für den Trägerverein wohl nicht tolerierbar gewesen.

Deutliche Worte in Richtung des Trägervereins

Deutliche Wort auch von FDP/Stadtgestaltern: „Mit dem Blick auf das mehr als maue Angebot des Trägervereins und der Erinnerung um die Posse um die Vertragsverlängerung im letzten Jahr, muss man sich jetzt fragen: Wurde alles richtiggemacht?“, heißt es in einer Stellungnahme. Abgeordneter Felix Haltt: „Die Provinzposse am Prinz-Regent ist schlecht für die Kulturstadt Bochum.“

Schmidts Rückzug aus der Verantwortung am öffentlich unterstützten Privattheater schließt auch ihr Leitungsteam mit ein. Mit der Direktorin werden sich der Regisseur und Dramaturg Frank Weiß und die Bühnenbildnerin/Fotografin Sandra Schuck nach drei Jahren aus Bochum zurückziehen.

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