Klassik

Pro Kreml: Konzerthaus Dortmund dünnt Currentzis’ Truppe aus

Der griechisch-russische Dirigent Teodor Currentzis.

Der griechisch-russische Dirigent Teodor Currentzis.

Foto: Sebastian Gollnow / picture alliance/dpa

Dortmund.  Kein Platz für pro-russische Kriegstreiber. In Dortmund Konzerthaus werden Freitag beim „Requiem“ nicht alle Musiker auf der Bühne stehen.

Wenn am morgigen Freitag im Konzerthaus Dortmund Verdis „Requiem“ erklingt, wird der griechisch-russische Pultstar Teodor Currentzis auf einige Musiker seines Ensembles „MusicAeterna“ verzichten. Sie sind wegen Kreml-freundlicher Äußerungen im Konzerthaus nicht willkommen. Ein Chormitglied hatte unter anderem mit Video-Ansagen wie „Der Faschismus stürzt wieder auf uns zu“ Partei für den Angriffskrieg ergriffen. Dortmunds Intendant von Hoensbroech hatte schon früher erklärt, Menschen „keine Bühne“ zu geben, die sich pro Krieg äußern.

Die Suspendierung ist nur die Spitze eines Eisbergs. Von Currentzis erwartet die Klassik-Szene seit längerer Zeit eine Distanzierung zu Putin, der dem Dirigenten 2014 die russische Staatsbürgerschaft verliehen hatte. Statt des „Requiem“ wollte Currentzis (auch in Moskau!) eigentlich Wagners „Tristan“ aufführen, aber mehrere westliche Interpreten stiegen angesichts der Brisanz aus. „MusicAeterna“ wird unter anderem finanziert von der russischen VTB-Bank. Diese steht auf der Sanktionsliste der EU. Im Mai 2022 waren Currentzis und die Seinen noch auf „Gazprom-Tournee“ gegangen.

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