Ausstellung

Pixelprojekt zeigt die Gesichter der neuen Heimat Ruhr

In den 80er-Jahren ließen sich türkische „Gastarbeiter“ von einer Rückkehrprämie und dem Gefühl, in Duisburg nicht willkommen zu sein, bewegen, in die Türkei zurückzukehren.

In den 80er-Jahren ließen sich türkische „Gastarbeiter“ von einer Rückkehrprämie und dem Gefühl, in Duisburg nicht willkommen zu sein, bewegen, in die Türkei zurückzukehren.

Foto: Manfred Vollmer

Gelsenkirchen.   Ausstellung in Gelsenkirchen: Das Pixelprojekt Ruhrgebiet zeigt ein Panorama der Einwanderungsgeschichte, die seit 200 Jahren das Revier prägt.

Ein nicht unbeträchtlicher Teil der über 500 Fotoserien von mehr als 300 Fotografinnen und Fotografen, die im Pixelprojekt Ruhrgebiet einen digitalen Heimathafen gefunden haben, beschäftigt sich mit Einwanderung im Ruhrgebiet. Was schon deshalb kein Wunder ist, weil diese Region wie keine andere davon geprägt ist, dass Menschen kamen, sich vertrugen oder auch nicht – und manchmal auch wieder gingen.

Seit zwei Jahrhunderten hält die Einwanderung ins Ruhrgebiet an. Zu Beginn mögen es vor allem münster- und sauerländische oder niederrheinische Bauern gewesen sein. Doch schon bald kamen die Berg- und Stahlarbeiter aus dem Osten, aus Masuren, Oberschlesien, Polen. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert kamen besonders viele Italiener in der Hoffnung, ihren Lebensunterhalt auf Zechen oder im Walzwerk zu verdienen. In den 50er-Jahren dann rollten die Einwanderungswellen fast nach Nationen geordnet, nach dem Aufstand in Budapest 1956 waren es Ungarn. In den 80ern fanden Krankenschwestern aus Korea Aufnahmen im Ruhrgebiet, heute sind es, oft weit weniger willkommen, Menschen aus Bulgarien und Rumänien, die wegen ihrer spürbar anderen Lebensweise ähnlich misstrauisch beäugt werden wie die polnischen Einwanderer vor einem Jahrhundert.

Spuren in Gesichtern

Die Fotografen des Pixelprojekts Ruhr haben die Einwanderungen der letzten Jahrzehnte und deren Spuren in Gesichtern und Stadtbildern mit ihren Kameras aufmerksam begleitet. So hat das Pixelprojekt einige Serien zu der Ausstellung „Neue Heimat Ruhr“ kombiniert, die derzeit im Wissenschaftspark Rheinelbe in Gelsenkirchen zu sehen ist. Wer diese Bilder auf sich wirken lässt, wird die Migration mit anderen Augen sehen.

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