"The Voice of Germany"

Peinliche Momente für "The Voice of Germany"-Juror Samu auf dem Jurystuhl

Coach Samu Haber erlebt bei "The Voice of Germany" bewegende Momente.

Coach Samu Haber erlebt bei "The Voice of Germany" bewegende Momente.

Foto: SAT.1 / ProSieben / Christoph Assmann

Essen.  Samu Haber ist neben Max Herre das neue Gesicht in der Jury von "The Voice of Germany". Im Interview spricht der Frontmann der finnischen Band "Sunrise Avenue" über seine Jurykollegen und peinliche Momente während der Show. Und er verrät, warum die Show die größte Herausforderung seines Lebens ist.

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Die Castingshow "The Voice of Germany" geht am 17. Oktober mit zwei neuen Gesichtern in die dritte Staffel. Max Herre und Samu Haber ersetzen Xavier Naidoo und Rea Garvey als Juroren. "Sunrise Avenue"-Frontmann Samu Haber erzählt im Interview von peinlichen Erlebnissen während der Dreharbeiten und spricht unter anderem über das neue Band-Album "Unholy Ground".

Am Donnerstag läuft die erste Folge der dritten Staffel von "The Voice of Germany". Wie hart war es für Bewerber, in die Show zu kommen?

Samu Haber: Es war sehr schwierig für die Kandidaten. Die, die es in die Show geschafft haben, sind wirklich sehr talentiert und können gut singen. In der Vorauswahl waren 5000 bis 7000 Leute, und nur die besten wurden genommen.

Wenn die Kandidaten schon gut singen können, woran arbeiten Sie dann als Coach mit ihnen?

The Voice of Germany Gesangstalent allein reicht nicht aus. Man muss sein eigenes Ding machen und darf nicht nur Stars kopieren. Daran arbeiten wir. Wir wecken bei The Voice of Germany das Selbstbewusstsein der Kandidaten, damit sie auf der Bühne sie selbst sein können. Das wichtigste, was ich den Kandidaten mitgebe, ist aber: Egal, ob du heute rausfliegst oder nicht, genieße die Momente auf der Bühne.

Welches Gefühl haben Sie als Coach, wenn Sie die Kandidaten auf der Bühne hören?

Das Show-Format hat schon etwas Besonderes. Du sitzt im Stuhl und hörst nur die Musik und die Stimme der Kandidaten. Dann entsteht ein Bild im Kopf: Die Kandidatin ist 25, groß, hat rote Haare und ein blaues Kleid an. Dann drückst du den Knopf, drehst dich um, und die Frau auf der Bühne sieht eher aus wie ein 40-jähriger Mann. Es ist manchmal ganz anders als gedacht und nicht immer einfach.

Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn ein Kandidat wegen Ihnen gehen muss?

Jedes Mal. Aber ich muss als Coach der Arsch sein, der die Leute rauschmeißt. In den "Blind Auditions" habe ich vielen gesagt: "Komm in mein Team, ich bringe dich ins Finale, in dir steckt ein Star." Und in den "Battles" muss ich denjenigen dann sagen "Sorry, du musst gehen." Das ist hart.

Wie haben Sie sich selbst auf The Voice of Germany vorbereitet?

Mit einem Privatlehrer. Der hat mir zwei Wochen lang erstmal Deutsch beigebracht.

Ihr Vater kommt doch aus Deutschland.

Naja, die Familie meines Vaters kommt aus Deutschland. Er selbst hat immer in Finnland gelebt. Ich hatte Deutsch als dritte Fremdsprache in der Schule, aber ich war so schlecht, dass meine Lehrerin mich in den Anfängerkurs gesteckt hat. Meine schlechten Deutschnoten waren mit Schuld daran, dass ich die Schule verlassen musste.

Viel Sprachkenntnis von damals ist also nicht übrig geblieben?

Nein, deshalb habe ich zuerst gezögert, als ich gefragt wurde, ob ich Coach bei "The Voice" werden will. Für mich ist es die größte Herausforderung meines Lebens. Aber ich genieße es und hätte es bereut, wenn ich abgesagt hätte.

Versteht man Sie denn überhaupt in der Show?

Der Unterricht beim Privatlehrer hat mir schon geholfen, und ich lerne auch weiterhin Deutsch. Mittlerweile spreche ich 49 Prozent der Zeit Deutsch, ansonsten Englisch mit ein bisschen Finnisch und Spanisch dabei - hört sich witzig an.

Klappt es mit dem Verstehen besser als mit dem Sprechen?

Es wird besser. Aber besonders zu Anfang habe ich aber öfter mal kein Wort verstanden. Vor allem, wenn die anderen umgangssprachliche Ausdrücke benutzt haben, saß ich auf dem "The Voice of Germany"-Stuhl und dachte: Okay, Millionen Menschen werden im Fernsehen sehen, dass ich fast nichts verstehe. Das ist ein kleiner Albtraum.

Gab es besonders peinliche Momente bei The Voice of Germany?

Am ersten Tag gingen wir zu unseren Stühlen, das war schon vor Publikum, und es kamen Anweisungen aus der Regie: "Samu, wir machen eine Probe auf dem Stuhl", und ich saß da und dachte nur: "was zum Teufel wollt ihr von mir?!" Dann sagte Nena zu mir auf Englisch: "Drück einfach den blöden Knopf."

Erhalten Sie viel Unterstützung von den anderen Coaches?

Auf jeden Fall. Besonders von Nena, sie sitzt in der Show neben mir und hilft mir sehr. Sie ist so etwas wie meine große musikalische Schwester und gibt mir Sicherheit.

Wie kommen Sie mit dem Rest der Jury zurecht?

Mit Max Herre habe ich mich von der ersten Minute an super verstanden, wir sind ja neu in der Jury von The Voice of Germany. Wir waren beide sehr nervös und wussten nicht, wie es in der Show laufen würde. Ohne Max wäre ich wahrscheinlich in der ersten Woche nach Hause gerannt.