Country-Album

Luke Combs - ein neuer Sänger-Stern in Nashville

Luke Combs stürmt derzeit die Countryhitparade in den Staaten

Luke Combs stürmt derzeit die Countryhitparade in den Staaten

Foto: JIM RUYMEN / imago/UPI Photo

Essen.  Ein neuer Stern in Nashville? Der Countrymusiker Luke Combs hat jedenfalls nicht nur gute Songs, sondern auch eine grandiose Stimme zu bieten.

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Man würde ihm auch den kumpeligen Schrauber beim Landmaschinenhändler um die Ecke abnehmen: bulliger Typ, leichte Wampe, Boots und Baseballkappe – Luke Combs ist einer von der bodenständigen Sorte. Aber weil der Kerl singen kann wie der Teufel, hat er Star- Status. Zumindest in der US-amerikanischen Countryszene gehen seine Lieder gerade durch die Decke.

Vielleicht zählt er ja zu den Pionieren, die den Sound des modernen Nashville auch hierzulande in die Hitparaden wehen? „What You See Is What You Get“ (Riverhouse/Columbia) heißt sein zweites Studioalbum, keineswegs in leichter Abwandlung des Hits von Tina Turner.

Das klingt nach Brad Paisley oder Tim McGraw

Die vorzüglich abgemischte Produktion bündelt 17 Kostproben der Combsschen Sangeskunst, die sich eines satten, geschmeidigen, warmen Baritons bedient. Viel Alltägliches beschreibt er in seinen Liedern, sehr hübsch beispielsweise die Erinnerungen, die die Bilder an seiner Kühlschranktür wecken („Refrigerator Door“). Auch wenn dann und wann ein Banjo mitplöckert, sind die meisten Lieder rockig angelegt.

Das klingt nach Leuten wie Brad Paisley oder Tim McGraw. Aber Combs bedient auch das kleine, feine Ballädchen mit elegantem Mandolinengeklingel („Even Though I’m Leaving“). Bei „Better Together“ reicht ihm ein Klavier als Schmacht-Klangteppich.

Zusammenarbeit mit „Brooks & Dunn“

Das Epizentrum des Albums ist allerdings der Titel „1,2 Many“: eine Nummer, die wie ein Güterzug rollt – und bei der die beiden wiedervereinten Country-Legenden Brooks & Dunn die Background-Chöre anstimmen. Richtig stark.

Combs stammt aus einem Kaff namens Boone im Nordwesten des US-Bundesstaats North Carolina. Bei seinen Marathon-Gigs in den örtlichen Kneipen verfuhr er nach einer raffinierten Strategie, um die Leute für seine Songs zu interessieren. Erst servierte er einen Hit beispielsweise von Lynyrd Skynyrd, und wenn die Zuhörer den Burger beiseite geschoben hatten, um zuzuhören, folgte ein eigener Song.

Auch bei YouTube war er aktiv, und mit dem Erlös der ersten eigenen EP finanzierte er den Umzug nach Nashville – wo sie ihm inzwischen zu Füßen liegen. Zeitweise platzierte er fünf Songs in den Top-25-Countrycharts; das schaffte zuletzt Johnny Cash 1959. Das ist ja schon mal eine Hausnummer.

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