Parookaville

Felix Jaehn: Darum ist Parookaville sein Lieblings-Festival

Felix Jaehn lobt die Stimmung auf dem Festival Parookaville.

Felix Jaehn lobt die Stimmung auf dem Festival Parookaville.

Foto: Viktor Schanz

Weeze.  DJ Felix Jaehn erklärt im Interview, warum er so gerne in Parookaville ist und weshalb ihm sein neues Album besonders am Herzen liegt.

Du hast das erste Mal auf der Mainstage von Parookaville gespielt – wie war es?

Felix Jaehn: „Total verrückt. Ich war bei jeder Edition von Parookaville dabei. Und es wurde jedes Jahr größer und krasser. Ich habe das Gefühl, ich wachse gemeinsam mit dem Festival. Und es macht total viel Spaß.“

Du hast während Deines Auftritts gesagt, das sei Dein Lieblings-Festival?

Felix Jaehn: „Ja…“

Eigentlich eine schwierige Aussage oder? Das kann einem in der Euphorie auf der Bühne doch leicht auch bei anderen Festivals herausrutschen…

Felix Jaehn: „Nö – überhaupt nicht. Ich passe sehr genau auf, was ich sage und bin da ehrlich. Ich habe eine ganz besondere Verbindung zu Parookaville. Hier gibt es immer ein super Publikum, eine tolle Stimmung und einen klasse Backstage-Bereich. Das ist für Künstler ganz wichtig, dass sich gut um uns gekümmert wird. Für mich war das heute wie nach Hause kommen.“

Vor deinem Auftritt hatte es noch geschüttet. Als Du die Bühne betreten hast, kam wieder die Sonne hervor…

Felix Jaehn: „Ich habe gesehen wie die Leute vom Hügel aus auf die Fläche vor der Mainstage hereingeströmt sind, das war ein unglaubliches Gefühl.“

DJ spürte eine schöne Dynamik beim Parookaville-Publikum

Mit deinem leichten Sound aus Tropical- und Deep-House hast Du es auf so einer großen Bühne gar nicht so einfach oder?

Felix Jaehn: „Deshalb wollte ich extra etwas früher spielen. Nach sechs Stunden EDM muss ich nicht mehr ankommen. So waren die Leute noch frisch und die Sonne schien. Allerdings habe ich mein Set auch etwas angepasst und härter gespielt, damit ich auf dem Energie-Level der vor mir auftretenden Ostblockschlampen blieb. Dann konnte ich in der Mitte vom Set mal ein bisschen runterfahren und die Leute mit auf eine Reise nehmen, bevor es gegen Ende wieder abging. Das hat gut geklappt – da war eine schöne Dynamik.“

Realisiert man in dem Moment überhaupt, dass man auf einer 200 Meter breiten und der damit größten Festival-Bühne Europas steht?

Felix Jaehn: „Das wusste ich gar nicht. Cool, das kann ich auf meiner Bucket-Liste abhaken. Ich habe die Bühne aus dem Riesenrad heraus gesehen – das war schon beeindruckend.“

Felix Jaehn hat "endlich" seinen Parookaville-Pass

Hattest Du die Zeit Dir die Stadt Parookaville mal in Ruhe anzusehen?

Felix Jaehn: „Für eineinhalb Stunden sind wir mal ein bisschen rüber gelaufen und haben uns ein paar Bühnen angeschaut.“

Aber ein Tattoo hast Du Dir im Parookaville-Gefängnis nicht stechen lassen oder?

Felix Jaehn: „Nein, aber ich bekomme jetzt endlich einen richtigen Parookaville-Pass mit allen Stempeln für die fünf Jahre. Den hat mir ein Fan geschenkt.“

Du bist sehr reflektiert, ein Kopfmensch und machst dir viele Gedanken vor, während und nach dem Auftritt – fällt es dir manchmal schwer loszulassen?

Felix Jaehn: „Das Danach habe ich drastisch verbessert. Ich bin jetzt viel entspannter und kann die Energie genießen – unabhängig davon, wie es gelaufen ist. Aber die grundsätzliche Aufregung wird immer bleiben.“ (lacht)

Der Kampf mit den eigenen Gedanken

Deine Musik besteht aus einer Lockerheit, mit der Du weltweit die Herzen von Millionen Menschen erobert hast. Die gute Laune war aber nur ein Teil von Dir. Du hattest Angstzustände und musstest einige Kämpfe ausfechten, bevor Du zu Dir selbst gefunden hast – worum ging es da?

Felix Jaehn: „Das passiert alles im Kopf. Ich schaffe es kaum, meine Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen. Oft bin ich ganz gut darin, die Gedanken einzufangen und einzusortieren, aber manchmal drehen sie sich im Kreis weiter und dann wird es nervig.“

Wie gehst du damit um?

Felix Jaehn: „Ich kriege das immer besser in den Griff, indem ich meditiere, Sport mache und Reize minimiere. Mein Handy ist zum Beispiel schon seit vier Stunden im Flugmodus – WhatsApp-Nachrichten interessieren mich jetzt nicht, denn ich bin in Parookaville.“ (lacht)

Echte Hochzeit auf dem Parookaville Festival

Du verarbeitest viel Persönliches in Deinen neuen Texten – etwa bei deiner aktuellen Single „Love On Myself“. Welche Widersprüche gab es in Dir?

Felix Jaehn: „Es gab einige Widersprüche. Bei „Love On Myself“ wird die Bisexualität, mit der ich lange gerungen habe, thematisiert. Das Rationale und das Emotionale zerren immer wieder an mir und haben sich dabei nicht so gern. Ich musste lernen, alle meine Charaktereigenschaften zu akzeptieren – die guten als auch die schlechten.“

Neues Album bezeichnet Felix Jaehn als "sehr persönlich"

Bei Dir spürt man das Streben nach Glück. Dabei willst Du vor allem authentisch zu sein. Siehst Du Dich auf einem guten Weg?

Felix Jaehn: „Ja auf jeden Fall. Ich werde viel, viel freier und verstelle mich nicht mehr in gewissen Lebenslagen. Da sieht man auf der Bühne, wo ich mich wohler fühle beim Performen. Ich habe wesentlich mehr Spaß habe und tanze. Das ist ein Ausdruck meiner neuen Sicherheit.“

Wie geht es bei Dir musikalisch weiter?

Felix Jaehn: „Das neue Album ist schon geschrieben. „Love On Myself“ ist die erste Single. Wir haben uns dazu entschieden, die Geschichte kapitelweise zu erzählen. Es kommen jetzt erstmal ein paar Singles und ich weiß schon genau, wie diese miteinander verknüpft sind. Es ist ein sehr persönliches Konzept-Album geworden, bei dem ich alle Texte mitgeschrieben habe."

Das ist ein Teil des Live-Sets von Felix Jaehn bei Parookaville

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben