Will Hoge Album

Der Rocker aus dem Halbschatten

Will Hoges neues Album heißt „Tiny little Movies“.

Will Hoges neues Album heißt „Tiny little Movies“.

Foto: KATIE KAUSS KDK CREATIVE / Handout

Essen.  Hierzulande ist er nahezu unbekannt: Der Ami Will Hoge bietet richtig unterhaltsamen Songwriter-Rock’n’Roll.

Will Hoge ist einer jener US-amerikanischen Rockmusiker, die trotz hoher Qualität als Sänger, Songschreiber und auch auf der Bühne nie so ganz aus dem Halbschatten der Musiköffentlichkeit herausgetreten sind, geschweige denn einen Hit in die Welt gesetzt haben, der in den immergrünen Bereich gelangen würde.

Diese Herrschaften sind immer unterwegs, verlegen ihre Scheiben oft noch selbst. Kein bisschen Luxus, aber viel Freiheit. Dass Leuten wie Hoge ein höheres Maß an Aufmerksamkeit zuteil werden müsste, offenbart das neue Album des Manns aus Nashville (Tennessee). „Tiny Little Movies“ (Edlo Records / Thirty Tigers / Membran) bündelt elf Titel, die tatsächlich was haben von einem Roadmovie.

Was nicht wundern sollte, denn sie sind schließlich in weiten Teilen entstanden während des endlosen Tourens durch Amerika. Da gehören leicht heruntergekommene Motels genauso zum Alltag wie die imposanten Lichter von New York.

Schöner Stampfer

Und genau davon handeln die neuen Hoge-Songs, die all jenen Spaß machen dürften, die was übrig haben für rock’n’rollige Stampfer wie den Eröffnungstitel „Midway Motel“. Im ersten Moment denkt man, John Mellencamp würde da gerade seine kraftvoll-raspelige Stimme erheben. Mister Hoge hat ein ähnliches, leicht melancholisches Timbre, das aber dennoch immer angenehm bleibt. Zu hören ist der Sound einer bestens eingespielten Kapelle: satter Groove der Rhythmusgruppe, angezerrte Gitarren, dann und wann schöne Solo, alles sehr solide und unterhaltsam.

Zumal Hoge kein Schmalspurstilist ist. Er kann es wild und ruppig angehen lassen („Con Man Blues“), er kann entspanntes Midtempo („That’s How You Lose Her“). Hoge hat allerdings auch ein Händchen für balladeske, sentimentale Zwischentöne („Even The River Runs Out Of This Town“); da klingt er dann ein bisschen nach Springsteen.

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