Premiere

Musical „The Book of Mormon“ punktet mit Songs und Wortwitz

„The Book of Mormon“ Musical in Köln: Auf Missionierungsreise in Uganda.

„The Book of Mormon“ Musical in Köln: Auf Missionierungsreise in Uganda.

Foto: Paul Coltas / BB Promotion

Köln.  Premiere in Köln: Das Musical „The Book of Mormon“ zeigt das Wetteifern ums schönste „Ding-Dong“, Kaffee-Exzesse und die Suche nach dem Glauben.

Das Publikum besteht aus zwei Fraktionen. Die eine trägt T-Shirts mit der Aufschrift „Hasa Diga Eebowei“, birst bereits im Vorfeld des nächsten Gags vor Lachen und begrüßt jeden einzelnen Song mit entzückten Jauchzern. Die andere ist eher unbedarft, obschon offen für Neues, und tastet sich erst langsam ran ans Thema. „The Book of Mormon“, ein Bühnenstück, das von Mormonen gestern und heute handelt und von der New York Times zu „The Best Musical of this Century“, dem besten Musical dieses Jahrhunderts, gekürt wurde.

Donnerstag hatte das erste Gastspiel der englischsprachigen Originalversion in Deutschland Premiere im Musical Dome. Auch wenn man zur zweiten Fraktion gehört, kann man sie lustig finden. Die jungen Burschen in den weißen Hemden über den schwarzen Hosen mit den schwarzen Schlipsen und dem quadratischen schwarzen Anstecker auf dem in weißer Schrift steht, dass sie Mitglieder von „The Church of JESUS CHRIST of Latter-Day Saints“ sind. Die allesamt mit Vornamen Elder heißen und darin wetteifern, das schönste „Ding-Dong“ beim Klingeln an Haustüren zu erzeugen und dabei das schönste Zahnpasta-Lächeln zu zeigen: „Hello!“.

Songs mit Ohrwurmqualität, eine tolle Hauptdarstellerin und Wortwitz

Zwei von ihnen, den arroganten, selbstverliebten Elder Price (Kevin Clay) und den moppeligen, naiven Elder Cunningham (Connor Peirson) verschlägt es zwecks Missionierung nach Uganda. Wo sie an Grenzen stoßen, aber am Ende über sich selbst und ihre Religion hinauswachsen. Der Broadway-Blockbuster der „South Park“-Schöpfer Rey Parker und Matt Stone sowie des „Avenue Q“-Co-Autors und Komponisten Robert Lopez punktet durch zahlreiche Songs mit Ohrwurmqualität, eine tolle weibliche Hauptdarstellerin (Nicole-Lily Baisden als idealistische Dorfschönheit Nabulungi) und seinen Wortwitz.

Dafür, um zu verstehen, was frustrierte Mormonen tun, wenn sie zwölf Tassen Kaffee trinken (sich die Kante geben) oder was „Hasa Diga Eebowei“ bedeutet (Lieber Gott, du kannst mich mal) muss man allerdings ein ganzes Stück weit mehr in die Materie eintauchen. Für Novizen empfiehlt sich ein Zweitbesuch mit vorherigem Googeln von Joseph Smith und Brigham Young.

Musical „The Book of Mormon“, Originalversion in englischer Sprache, bis Sonntag, 17.11., Musical Dome, Goldgasse 1, Köln. Dauer: 150 Minuten (mit Pause). Vorstellungen: Di. bis Fr. 19.30 Uhr, Sa. 14.30 und 19.30 Uhr; So., 10.11: 14 und 18.30 Uhr, Mi., 13.11: 18.30 Uhr. So., 17.11: 18.30 Uhr. Mo. spielfrei. Preise: Tickets (ab 20,90 Euro) unter anderem bei www.ruhrticket.de Infos: www.thebookofmormonmusical.com

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