Kirmes

Menschen, Biere, Sensationen: Cranger Kirmes ist gestartet

Die Cranger Kirmes gehört mit bis zu vier Millionen Besuchern zu einer der größten Volksfesten in Deutschland.

Die Cranger Kirmes gehört mit bis zu vier Millionen Besuchern zu einer der größten Volksfesten in Deutschland.

Foto: Andre Hirtz

Herne.  Da geht uns das Lebkuchenherz auf: Am heutigen Donnerstag startet am Rhein-Herne-Kanal die Cranger Kirmes. Und das ist gut so

Es war einmal ein kristallklares Flüsschen namens Emscher, das entlang von Wäldern und Wasserburgen durch grüne Auen mäanderte. Flinke Forellen flitzten fröhlich durchs kühle Nass und scherten sich nicht um die wilden Pferde, die entlang des Ufers auf saftig-satten Wiesen weideten. Hach, schön war die Zeit! Sieht man mal ab von gelegentlichen Hexenverbrennungen oder „Wasserprobe“ genannten Ertränkungs-Aktionen mutmaßlicher Ketzer, Magier oder Teufelsanbeter.

Jahrmarkt der Superlative

Hätte irgendein Verblendeter prophezeit, dass sich hier gut 500 Jahre später rund um den Sankt-Laurentius-Tag mehr als vier Millionen Menschen an riesigen Menschenschleudern, rasanten Achterbahnen und anderen bizarren Bespaßungen ergötzen würden – der Frevler wäre aller Wahrscheinlichkeit nach gevierteilt oder aufs Rad geflochten worden.

Und doch sollte es genauso kommen, denn aus dem einstigen Pferdemarkt wurde ein Jahrmarkt der Superlative: die Cranger Kirmes. Zum 535. Mal (nach offizieller, erst vor wenigen Monaten korrigierter Zeitrechnung) findet der Riesenrummel vom 1. bis 11. August auf dem nur 110.000 Quadratmeter großen Festgelände am Rhein-Herne-Kanal statt.

Nur 110.000 Quadratmeter? Nun, kann man schon so sagen, denn an einem durchschnittlichen Tag tummeln sich rund 400.000 Menschen auf der noch dazu eng mit Buden und Fahrgeschäften bestückten Fläche von zwölf Fußballfeldern. Nicht von ungefähr bezeichnet die englische Version des Internet-Lexikons Wikipedia das Spektakel als „most overcrowded fair in the world“ – die überfüllteste Kirmes der Welt. Crange: ein Ort, an dem man sich näher kommt.

Doch ist diese Kirmes nicht ohne Grund ein Magnet für Millionen. Das liegt wohl vor allem am einzigartigen Mix aus futuristischer Hightech-Vergnügung und rostfreiem Nostalgie-Versprechen. Wer (wie einst der Verfasser dieser Zeilen) schon als Vierjähriger die Mausezähne in einen prallen, herrlich zuckrigen Paradiesapfel schlug, der wird bestätigen: Auf Crange ist nichts so konstant wie die Beständigkeit. Karussells (okay, damals noch mit Dampf betrieben) gab es hier schon 1898. Ob Riesenrad, Geisterbahn, Losbude oder Schiffschaukel – so manche Attraktion hat seit Jahrzehnten Bestand.

Und dann sind da ja noch: Jener unvergleichliche Duft-Cocktail aus gebrannten Mandeln, Frittenfett und Zuckerwatte im lauen Sommerlüftchen. Die Myriaden von bunten Lichtern und Farben, die aus dem tristen Vorstadt-Areal für kurze Zeit eine Traumkulisse zaubern. Und natürlich: der legendäre Mond von Wanne-Eickel (merke: nichts ist so schön wie der Erdtrabant, wenn er über Riesenrad und Kettenkarussell aufgeht). Na dann: Wir sehen uns auf Crange!

>>> Info: www.cranger-kirmes.de

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