NORDSEE-KRIMI

Klaus-Peter Wolfs „Ostfriesenfluch“ im Familienparadies

Autor Klaus-Peter Wolf, hier bei einer Lesung in Schermbeck.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Autor Klaus-Peter Wolf, hier bei einer Lesung in Schermbeck.

Essen.   Bis dass der Tod euch scheidet: Der in Gelsenkirchen aufgewachsene Autor Klaus-Peter Wolf macht die Nordsee erneut zum Schreckensort.

Alle glücklichen Familien gleichen einander – womöglich vor allem in der drohenden Vergänglichkeit ihres Glücks? Wenn der in Gelsenkirchen aufgewachsene Autor Klaus-Peter Wolf einmal mehr das Familienurlaubsparadies Nordsee zum Schreckensort macht, dann zielt er nun auf Herz und Ehe. Denn lange wirkt die Entführung dreier Frauen so, als könnten sie auch geflohen sein: vor dem Kinderquengeln, den täglichen Pflichten, dem arg uninteressierten Ehemann.

Die Ausgangsidee zu „Ostfriesenfluch“ ist unstrittig originell. In der Ausführung setzt Wolf einmal mehr auf rasche Szenen- und Perspektivwechsel. Spannung baut sich dennoch nur langsam auf. Zu deutlich wird dem Leser, dass die erste Spur eine falsche ist. Auch wenn Ann-Kathrin Klaasen und ihr Kollege und Ehemann Frank Weller diese mit Verve verfolgen, bis hin zum Kampf mit wilden Tigern, die doch nur als kuschelige Kulisse für Hochzeitsfotos dienen sollten.

Großes Wiedersehen mit bekannten Figuren

Im Fotostudio kommt schließlich Licht in einen Fall, dessen Täter selbst doch Opfer ist. Wer die Klarheit und Einfachheit der nordfriesischen Landschaft schätzt, wird vielleicht auch mit Klaus-Peter Wolfs klarer und einfacher psychologischen Deutung einverstanden sein. Seine Fans dürfen sich zudem freuen über das große Wiedersehen mit bekannten Figuren, inklusive Wolfs Ehefrau Bettina Göschl, deren Lieder den Showdown begleiten.

Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfluch. Fischer tb, 508 S., 10,99 €

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik