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Zachary Levi in „Shazam!“ neu auf der Kinoleinwand zu sehenZachary Levi in „Shazam!“ neu auf der Kinoleinwand zu sehen

Shazam! mit Zachary Levi und Jack Dylan Grazer

Shazam! mit Zachary Levi und Jack Dylan Grazer

Foto: Warner Bros

Bislang kannten nur Nerds die Comic Reihe „Shazam!“ – der schwungvolle inszenierte und brüllend komische Kinofilm dürfte das ändern

Wer erinnert sich an „Big“ mit Tom Hanks? Die Hollywood-Komödie, in der ein Zwölfjähriger plötzlich im Körper eines Erwachsenen steckt, doch innerlich ein Kind bleibt, kam 1988 bei Kritik und Publikum gleichermaßen gut an. Einen ähnlichen Rollentausch erlebt der 14-jährige Waisenjunge ­Billy Batson (Asher Angel), der kurz nach seiner Ankunft in seiner neuen Pflegefamilie mit fünf Geschwistern ein unerhörtes Ereignis erlebt: Von einer U-Bahn aus wird der Junge unversehens in die Höhle des Zauberers Shazam (Djimon Hounsou) teleportiert, wo er sich als würdig erweist und Heldenkräfte übertragen bekommt.

Außen Kraftprotz, innen Teenie

Fortan verwandelt sich Billy, wenn er das vom Klang her perfekt dafür geeignete Wort „Shazam“ ausspricht, in einen ausgewachsenen Kraftprotz (Zachary Levi, Foto), der zudem fliegen kann. Wie Peter Parker aus „Spider-Man“ bleibt Billy innerlich jedoch ein Teenager mit allen alterstypischen Sorgen und Wünschen. Eine gute Basis für eine Comic-Persiflage der Marke „Super – Shut Up, Crime!“ und „Deadpool“, die der Regisseur David F. Sandberg sicher verwandelt.

Dabei wähnt man sich anfangs noch im bislang eher stumpfen DC-Kosmos (wie zuletzt der Kinofilm „Aquaman“), wo es, anders als beim Konkurrenten Marvel, meist todernst zur Sache geht und die Charaktere noch mehr im dröhnenden Effekt-Wust untergehen: In der Auftaktszene trifft der spätere Bösewicht Thaddeus Sivana (Mark Strong) auf rotäugige Gargoyles mit übertrieben martialischen Stimmen. Was folgt, ist ein als fluffiger Gag inszenierter Autounfall, dessen Ton überhaupt nicht zum Rest des überraschend warmherzigen Films passt.

Popkulturelle Zitate

Doch sobald der Titelheld auf den Plan tritt, entfaltet der im angemessenen Maß infantile, stets schön trockene Humor einen eigenen Drive. Als plötzlich erwachsen Gewordener kauft Billy erst mal Bier, was ihm dann aber ebenso wenig schmeckt wie seinem neuen Bruder Freddy (Jack Dylan Grazer), der passenderweise ein wandelndes Comic-Lexikon ist. Durch eine „Rocky“-Performance – immerhin spielt der Film in Philadelphia – bessert Billy sein Taschengeld auf und richtet versehentlich ein übles Chaos an, das er dann selbst wieder geraderückt.

Sandberg inszeniert den Plot abseits epischer Verstrickungen um das Schicksal der Welt, mit vielen visuellen Gags und Gimmicks, darunter Superzeitlupen, ein Queen-Hit und pointierte YouTube-Clips, in denen Billy und Freddy die Heldenkräfte austesten.

Das Beste daran ist, wie emotional „Shazam!“ ist. Die handfeste Vorstellung der liebevollen Pflegefamilie rentiert sich nicht erst beim Showdown. Während die Motivation des Antagonisten betont simpel ausfällt (und an die böse Königin aus „Schneewittchen“ erinnert), bleibt Billys jugendliches Hadern mit seiner Identität mehr als eine Fußnote. Eine Familienzusammenführung der anderen Art, bei der die ganz unverkrampft diverse Besetzung ein weiteres i-Tüpfelchen setzt.

USA 2019, 132 Min., R: David F. Sandberg, D: Asher Angel, Zachary Levi, Jack Dylan Grazer, Mark Strong, Cooper Andrews FSK 12, Wertung: 4 von 5 Sternen

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