Kino

Stripperin an der Wall Street: Jennifer Lopez in „Hustlers“

Jennifer Lopez and Constance Wu genießen in „Hustlers“ den nicht immer so legal „erarbeiteten“ Luxus.

Jennifer Lopez and Constance Wu genießen in „Hustlers“ den nicht immer so legal „erarbeiteten“ Luxus.

Foto: Alison Cohen Rosa / Courtesy of STXfilms

Berlin.  Eine Gruppe Stripperinnen zockt in „Hustlers“ neureiche Banker in New York ab. Die Hauptrolle spielt keine Geringere als Jennifer Lopez.

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Von Lars Tunçay


Am 28. Dezember 2015 erschien im „New York Magazine“ ein Artikel, der sich liest wie eine moderne Robin-Hood-Geschichte: Inmitten der Finanzkrise organisiert sich eine Gruppe Stripperinnen, um den Bankern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Im Kern erzählt dieser Artikel von einer Freundschaft zwischen den zwei Drahtzieherinnen. Eine enge Bande, die sich im Laufe der Zeit ins Gegenteil umkehrte. Aus dieser Perspektive erzählt Regisseurin Lorene Scafaria auch die Adaption der wahren Geschichte.

Eine dieser beiden Frauen ist Des­tiny (Constance Wu). Die junge Asiatin kümmert sich um ihre Großmutter und hält sich in New York mehr schlecht als recht über Wasser. Dabei will sie ihrem Namen endlich gerecht werden und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Also folgt sie der Spur des Geldes in einen Stripclub im Big Apple, wo die Neureichen der Wall Street ihr Gehalt verjubeln.

„J.Lo“ und Constance Wu schmieden in „Hustlers“ fiese Pläne

Dort trifft sie auf Ramona Vega (Jennifer Lopez), die den Männern spielend leicht die Scheine aus der Tasche zieht. Ramona wird ihre Mentorin und zeigt Destiny, worauf es ankommt. Doch dann kommt der Börsencrash und das Geld der Broker sitzt nicht mehr so locker. Ein Umstand, der ihre gesamte Existenz gefährdet. Also schmieden die Frauen einen riskanten Plan, um schnell zu Geld zu kommen.

Lorene Scafaria wandelte den Artikel aus dem „New York Magazine“ zu einem packenden Film um, der Elemente des Gangsterfilms mit einem tiefen Charakterdrama verbindet und darüber hinaus glänzend unterhält. Es ist spürbar, dass Autor und Regisseur Adam McKay („Vice“, „The Big Short“) und Will Ferrell „Hustlers“ produzierten.

Brillante Leistung von Jennifer Lopez

Ähnlich wie McKay erzählt Scafaria temporeich in Rückblenden und bettet die Ereignisse in den zeitlichen Kontext ein. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise geht es um die Emanzipation einer Gruppe von Frauen, die nicht mehr abhängig sein wollen von Männern. Dabei schildert sie auch den wenig glamourösen Alltag in einem Stripclub und entlarvt männliche Verhaltensweisen.

Aus dem schwungvollen Auftakt im Stil von „Magic Mike“ wird jedoch zunehmend ein düsterer Thriller um Geld, Neid und falsche Freundschaften. Die narrative Klammer wird durch das Gespräch Destinys mit der Autorin des Artikels gesetzt, hier verkörpert von Julia Stiles („Jason Bourne“). Der dramaturgische Kniff hält die Spannung. Die Frauen, die den Club bevölkern, bringen ihre Lebensgeschichten mit. In den Nebenrollen sind unter anderem auch Popsensation Lizzo und die Rapperin Cardi B zu sehen. Über dem überzeugenden Ensemble der Schauspielerinnen schwebt die traumwandlerische Performance von Jennifer Lopez. Sie verleiht „Hustlers“ Glanz und ihrer Figur überraschende Tiefe.

USA 2019, 110 Min., R: Lorene Scafaria, D: Constance Wu, Jennifer Lopez, Julia Stiles
FSK 12, Wertung: 4 / 5 Punkten

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