Kino

Sinnlos und stumpf: Warum „Bad Boys For Life“ enttäuscht

Böse Jungs mit Knarren: Martin Lawrence und Will Smith.

Böse Jungs mit Knarren: Martin Lawrence und Will Smith.

Foto: Sony Pictures Germany

Da kann auch Will Smith wenig retten: „Bad Boys for Life“ ist eine weitere Pervertierung des ausgereizten Kumpel-Actionfilms für junge Männer.

Die Kugeln treffen mit tödlicher Präzision ins Ziel – und Mike Lowrey, Super-Polizist in Miami, sieht sich unerwartet drastisch mit den Folgen seiner gewalttätigen Vergangenheit konfrontiert. Weil aber im seriellen Hollywood-Entertainment Helden nicht einfach mitten im Film abtreten, bekommt Lowrey seine Chance zu Wiedergeburt und Gegenschlag. An seiner Seite kämpfen sein zwischenzeitlich in den Ruhestand eingetretener Ex-Partner Marcus und die Mitglieder der kleinen, schlagkräftigen Spezialeinheit Ammo.

Als Ziel der ermittlerischen Aktivitäten entpuppen sich eine mexikanische Kartellhexe und ihr zum Attentäter dressierter Sohn, dem falsche Vorstellungen bezüglich der Identität seines Vaters eingegeben wurden. In einer Palastruine, in deren Innern ein Helikopter brennt, kommt es zum letztgültigen Showdown.

„Bad Boys For Life“ kommt ohne kreativen Schwung daher

So ganz grundsätzlich ließe sich daraus ein passabler B-Reißer stricken, der schnell zum Punkt kommt und nach 80 Minuten Schlagkraft alle zufrieden in den Feierabend entlässt. Doch unter der Produktion der einstigen Erfolgsgaranten Don Simpson und Jerry Bruckheimer (u.a. „Top Gun“) entfesselt sich im nunmehr dritten Teil der 1995 gestarteten „Bad Boys“-Reihe eine weitere Pervertierung des ohnehin ausgereizten Kumpel-Actionfilms, indem sinnentleertes, situationsabsurdes Gequatsche den Witz bescheren soll, um die zum Teil abstoßend lässigen Brutalexzesse mit Kopfschüssen aus nächster Nähe abzumildern.

Diesem Konzept, das zurück in die 80er-Jahre zu „Lethal Weapon“ reicht, dessen vierter Teil als Inspirationsquelle angezapft wurde, ist 35 Jahre danach schon wegen der „Fast and Furious“-Reihe jeglicher Schwung ausgetrieben worden. Was aber keinen der Macher und Geldgeber zu interessieren scheint.

In Hochglanzbilder gegossene Ballereien und Explosionen

Will Smith, der mitproduzierte, stilisiert sich in gewohnt eleganter Fitness und lässt keinen Zweifel, dass schon immer er die Attraktion der „Harten Jungs“ war und sein Partner Martin Lawrence nur der Quasselkasper für die billigen Lacher. Als Erfüllungsgehilfen für die Regie holte man sich die Belgier Adil El Arbi und Bilall Fallah, die in ihrem Hollywood-Debüt eilfertig den immer gleichen Action-Unsinn mit seinen blödsinnigen Verfolgungen, Ballereien und Explosionen in Hochglanzbilder gießen.

Immerhin gibt es mit der Mexikanerin Paola Nuňez und Ex-„High School Musical“-Star Vanessa Hudgens zwei unbeschwert aufspielende Aktricen, die um ihre Schönheit wissen, zugleich aber keine Scheu vor Handfeuerwaffen zeigen. Was nicht als Aufbruch in ein neues, feministisches Action-Zeitalter missverstanden werden sollte. „Bad Boys“ zum Dritten ist auf US-amerikanische Familienverträglichkeit poliertes Gewaltentertainment für den Jungmännermarkt. Als die eigentlichen Stars entpuppen sich auch diesmal die Edelfelgen von Luxuskarossen, die in Zeitlupe um eine Kurve driften.

USA, 127 Min., R: Adil El Arbi und Bilall Fallah; D: Will Smith, Martin Lawrence, Vanessa Hudgens
FSK 16, Wertung: 1 / 5 Punkten

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