Komödie

Seitensprung mit der Ehefrau

Moritz Bleibtreu als Kinder-TV-Star "Bad Luck Bunny" in dem Film "Vijay & Ich - Meine Frau geht fremd mit mir".

Moritz Bleibtreu als Kinder-TV-Star "Bad Luck Bunny" in dem Film "Vijay & Ich - Meine Frau geht fremd mit mir".

Foto: dpa/Senator

In der hinreißenden Verwechselungskomödie "Vijay und ich - Meine Frau geht fremd mit mir" erobert Moritz Bleibtreu nach seiner Verwandlung in einen Inder das Herz seiner Frau neu. Eine Klamotte in bester Screwball-Manier.

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Manchmal bieten Beititel notwendige Aufklärung, mit welcher Art Film man es zu tun bekommen wird. „Vijay und ich“ könnte eine Geschichte über Liebe oder Freundschaft sein. Da es nach dem Bindestrich aber „Meine Frau geht fremd mit mir“ heißt, öffnen sich die Tore in Richtung romantischer Wirrungen mit Komödien-Einschlag.

Wilhelm Wilder hatte große Pläne, als er als Schauspieler nach New York übersiedelte. Doch seine Karriere steckt seit Jahren in einem grünen Hasenkostüm fest, das er für eine Kinderserie im Fernsehen trägt. Die Rolle des Pechkaninchens scheint auch sonst auf Will abzufärben. Nimmt ihn überhaupt noch jemand als Mensch wahr? Da eröffnet ein Autounfall neue Perspektiven.

Erotisches Interesse am Gentleman aus Indien

Will wird als tot gemeldet, und er belässt es dabei. Nur sein indischer Freund Rad (sehr witzig: Danny Pudi) kennt die Wahrheit und hilft Will in die neue Identität des indischen Bankers Vijay zu schlüpfen, der die Hinterbliebenen freundlich nach ihrer Meinung über Wilhelm Wilder ausfragt. Dass nun ausgerechnet seine Frau Julia erotisches Interesse an dem Gentleman aus Indien zeigt, stürzt Will in unerwartete Konflikte.

Was soll man tun, wenn die Verkleidung besser ankommt als die eigentliche Identität? Das ist die pfiffige Ausgangsidee der neuen bittersüßen Komödie des gebürtigen Bayern Sam Garbarski, der nach „Der Tango der Rashevskis“ und „Irina Palm“ zur ersten Liga gepflegter Kinounterhaltung aus Europa gehört.

Ein Meister der Burleske ist Garbarski nicht, dafür drängt es ihn zu sehr nach der Tragik im Clown, aber Moritz Bleibtreu glänzt trotz arg durchschaubarer Verwandlungskünste mit einfühlsamem Timing und herrlich verstockter Körpersprache, während Patricia Arquette als Ehefrau zu energisch nach dramatischem Tiefgang schürft. Bei allem Sinn für makabre Pikanterie hängt das Tempo in der zweiten Hälfte bedenklich durch und die Auflösung gerät enttäuschend realistisch für eine Komödie, die sich in Szenen erfrischend weit aus dem Fenster der Normalität lehnte. (ues/mit dpa)

Wertung: Drei von fünf Sternen

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