Kino

Fitz und Schweighöfer wieder gemeinsam auf der Kinoleinwand

Zuschauermagneten: Matthias Schweighöfer (links) und Florian David Fitz (rechts).

Zuschauermagneten: Matthias Schweighöfer (links) und Florian David Fitz (rechts).

Foto: Warner Bros. GmbH

In der schwungvollen Komödie „100 Dinge“ zeigt sich wieder, dass die Chemie zwischen Matthias Schweighöfer und Florian Davi Fitz stimmt.

Es gibt in Deutschland nicht allzu viele Schauspieler, deren Namen zugleich auch Zuschauermagneten sind. Bei den Frauen ist das Karoline Herfurth, die ja mittlerweile auch Regie führt. Bei den Männern gehört neben Til Schweiger, Elyas M’Barek und Matthias Schweighöfer auch Florian David Fitz spätestens seit dem Kassenschlager „Vincent will Meer“ (zu dem er 2010 auch das Drehbuch schrieb) dazu. Und dass sie jenseits der im deutschen Film allzu weit verbreiteten Komödie etwas können, das haben ja vor allem Herfurth (in „Im Winter ein Jahr“ oder „Vincent will Meer“), Fitz (in „Die Lügen der Sieger“ oder „Hin und weg“) und Schweighöfer (in „Kammerflimmern“ oder der grandiosen „Tatort“-Folge „Weil sie böse sind“) bewiesen.

Nun hat sich Fitz nach „Der geilste Tag“ (2016) wieder mit Schweighöfer zusammengetan – erneut mit Fitz als Autor und Regisseur und beiden zusammen in den Hauptrollen. Und man spürt auch bei diesem Film, dass die Chemie zwischen den charismatischen Darstellern zu stimmen scheint.

Wette unter Freunden

Für die Handlung hat sich Fitz vom Dokumentarfilm „My Stuff“ des Finnen Petri Luukkainen inspirieren lassen, darin macht dieser einen Selbstversuch: sich jeglichen persönlichen Besitzes zu entledigen. Seit Urzeiten sind Paul Konaske (Florian David Fitz, Foto rechts) und Toni Katz (Matthias Schweighöfer, Foto links) dicke Kumpels und haben nun mit ihrer Firma eine App entwickelt, die demnächst durch die Decke gehen soll, ein Mark-Zuckerberg-Verschnitt aus den USA hat bereits Interesse signalisiert.

Da winkt eine ganze Menge Geld, also wird in der Firma ordentlich gefeiert. Im Laufe des alkoholgeschwängerten Abends werfen sich Paul und Toni gegenseitig vor, komplett dem Konsumwahn und dem schnöden Mammon verfallen zu sein, und schließen im Beisein ihrer Mitarbeiter eine Wette ab: 100 Tage lang verzichten sie auf jeglichen Besitz und dürfen jeden Morgen genau eine Sache aus ihrem Eigentum zurücknehmen, das in Lagerräumen gestapelt wird. Wer schummelt oder aufgibt, überschreibt seine 50 Prozent der Firma an die Mitarbeiter. Am nächsten Morgen wachen die beiden splitterfasernackt in ihren leergeräumten Wohnungen auf und bereuen auf der Stelle ihre absurde Wette zutiefst …

Leise Sozialkritik

Ähnlich wie schon bei seinen Drehbüchern zu „Vincent will Meer“ und „Der geilste Tag“, bei denen Krankheiten und der sinnvolle Umgang mit der verbliebenen Lebenszeit eine zentrale Rolle spielten, ist es Fitz auch hier daran gelegen, einer Komödie einen gesellschafts- oder gar sozialkritischen Unterbau zu verpassen.

Dabei ist es sehr interessant zu beobachten, dass sich die massenkompatible Komödie und die Message des Öfteren dramaturgisch im Wege stehen. Dafür hat „100 Dinge“ inszenatorischen Schwung (obwohl sich Paul und Toni ein bisschen oft fetzen) und ist auch in den Nebenrollen reizvoll besetzt.

D 2018, 111 Min., R: Florian David Fitz, D: Florian David Fitz, Matthias Schweighöfer, Miriam Stein, ­Johannes Allmayer FSK 6, Wertung: 3 von 5 Sternen

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