Kino

Der grüne Miesepeter ist zurück auf der großen Leinwand

Der Grinch: grün, pelzig, liebenswert.

Der Grinch: grün, pelzig, liebenswert.

Foto: Illumination and Universal Pictu

Rasanter und kindgerechter Animationsfilm zu Dr. Seuss’ bissigem Weihnachtsmärchen „Der Grinch“. Otto Waalkes fungiert als Synchronsprecher.

Alle Jahre wieder kommen allerhand Weihnachtsfilme in die Lichtspielhäuser. Neben Ebenezer Scrooge aus Charles Dickens’ „Weihnachtsgeschichte“, der in diesem Jahr gleich zweimal auf die Leinwand kommt („Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand“ und „Geister der Weihnacht: Augsburger Puppenkiste“, siehe rechts), zählt der weihnachtshassende Grinch zu den bekanntesten Antihelden des Weihnachtsgenres. Die vom Regie-Duo Scott Mosier und Yarrow Cheney realisierte dritte Filmadaption des Kinderbuchs „Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat“ von Dr. Seuss kehrt nach Ron Howards Realfilm mit Jim Carrey wieder in Animationsgefilde zurück.

Befellter Miesepeter

Die herzlichen Menschen aus dem verschneiten Dörfchen Whoville fiebern dem Weihnachtsfest entgegen. Dem schlecht gelaunten Grinch (Bild oben), der mit seinem treuen Hund Max in einer Gipfelhöhle lebt, bereitet die besinnliche Stimmung Unbehagen. Nichts hasst der grün befellte Miesepeter so innig wie die Weihnacht. Also beschließt er, sich als Santa Claus zu verkleiden und den Leuten aus Whoville die Weihnachtsdeko und alle Geschenke zu stehlen – hat dabei aber nicht mit dem Mädchen Cindy-Lou (Bild unten) gerechnet, das sein hartes Herz berührt.

Die in der Buchvorlage verankerte Kritik an der Kommerzialisierung des Weihnachtsfests bleibt in der aktuellen Filmversion komplett außen vor. Stattdessen vereinfachen die Drehbuchautoren Michael LeSieur und Tommy Swerdlow das Märchen fürs vorrangig angepeilte jüngste Publikum. Die Geschichte entfaltet sich in zwei Strängen, die lang nebeneinander herlaufen. Der eine handelt vom Grinch, den die Fröhlichkeit im Dorf zur Weißglut treibt; die andere von Cindy-Lou, die Santa Claus einfangen will, damit er ihre alleinerziehende Mutter entlastet.

Der schön animierte Grinch ist für die Komik zuständig, während die kleine Cindy-Lou die nötige Gutherzigkeit beisteuert. Slapstick-Einlagen spielen hingegen ganz im Geist des kurzen Vorfilms „Minions auf der Flucht“ in beiden Teilen eine Rolle. Rasante Schlittenfahrten, lustige Neben­rollen wie eine schreiende Ziege und das pittoreske Dorf voller Häuschen im Lebkuchenstil bieten viel zum Schauen, wobei der 3D-Effekt gut zur Geltung kommt. Hier hat das Animationsstudio Illumination solide Arbeit geleistet. Auch die stimmungsvolle Filmmusik von Danny Elfman passt gut ins Setting.

Mit der Stimme von Otto Waalkes

Anders als das literarische Vorbild oder die Interpretation von Jim Carrey wirkt der neue Grinch zu keiner Zeit wirklich bösartig. Schon die ersten Minuten lassen durchblicken, dass er im Grunde kein schlechter Kerl ist, sondern an seiner Einsamkeit leidet.

In der deutschen Synchronisationsfassung kommt hinzu, dass das Wesen vom Komiker Otto Waalkes gesprochen wird, der dem Weihnachtshasser eine gewisse Liebenswürdigkeit verleiht. Das versöhnliche Happy End des bonbonbunten Animationsfilms steht daher zu keiner Zeit auf der Kippe.

USA 2018, 86 Min., R: Yarrow Cheney, Scott Mosier, Sprecher: Otto Waalkes, Xara Eich, Alexander Doering, Natascha Geisler FSK 0, Wertung: 4 von 5 Sternen

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