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Killers machen Party mit Mut zum Pathos

Brandon Flowers macht Stimmung.

Foto: HO

Brandon Flowers macht Stimmung.

Köln.  Zwei Ersatzleute – und doch gut: die Killers vor 11 000 Fans in der Kölner Arena. Und Brandon Flowers streift das Las-Vegas-Jöppchen über...

So „Wonderful wonderful“ der Beginn auch war, wies er doch nur bedingt die Richtung. Denn The Killers lieferten zwar am Montagabend in der Kölner Arena vor 11 000 Zuschauern eine wirklich wilde, wunderbare Show. Aber eben nicht mit den teils arg discofoxigen Sounds des neuen Albums, dessen erster Titel auch der Tour den Namen gab. Stattdessen rockte sich die Band aus Las Vegas durch die vergangenen 15 Jahre ihrer Geschichte.

Schon mit Song Nummer drei holten die Killers auch die Ränge von den Sitzen: „Somebody told me“ – und Ronnie Vanucci an den Drums trieb Sänger Brandon Flowers vor sich her, der in seiner schwarzen John-Travolta-Hose so hüpfte, sprang, grätschte und die Halle choreografierte, dass es staunen machte. Das Zusammenspiel der beiden machte mehr als wett, dass Gitarrist Dave Keuning und Bassist Mark Stoermer auf dieser Tour durch Ersatzleute vertreten wurden (man hat halt Familie, auch als Rockstar heutzutage).

Konfetti, Lamettaregen und ein Vorhang aus Feuer begleiteten die gut anderthalbstündige Party, die vom druckvollen „Run for Cover“ über „Miss Atomic Bomb“ bis hin zum hymnischen „Smile like you mean it“ beinahe keine Wünsche offen ließ. Flowers’ Mut zur großen Geste („Habt keine Angst, Leute, eure Gefühle zu zeigen!“) scheute selbst das Pathos nicht – stets aber mit jenem Hauch von Ironie, die ihn zur Zugabe gar ein lasvegerianisches Goldglitzer-Jöppchen überstreifen ließ.

Das obligatorische „Human“ begann als digitaler Text auf der Videowand – dass die Halle nicht schon die Zeilen bejubelte, sondern erst auf den später einsetzenden Sound aufsprang, zeigte eine Textschwäche, mit der auch Flowers immer wieder beim Dirigat des Hallenchors kämpfte. Das alles krönende, im zweiten Anlauf endlich melodiös voll ausgereizte „Mr Brightside“ kündigte Flowers hochphilosophisch an: „Das Leben ist hart. Aber manchmal dreht es sich auch in die andere Richtung.“ Und dann wird’s: wunderbar wonderful!

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