MUSIK

Helge Schneider erfüllt sich seinen Traum vom Jazz-Album

Clown, Könner, Jazzfan: Helge Schneider.

Foto: Thalia Engel

Clown, Könner, Jazzfan: Helge Schneider. Foto: Thalia Engel

Essen.   Mit „Heart Attack No.1“ liefert Helge Schneider ein vielschichtiges Paket. Musikalisch kann das Jazz-Werk überzeugen – und lustig ist es auch.

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Helge Schneider war mal wieder im Jazzkeller. Von der Jugend an hat er das Genre geliebt und schon immer in seinen Shows den einen oder anderen jazzigen Tupfer gesetzt. Nun erfüllt sich der 61-Jährige seinen Traum vom Jazz-Album: prall gefüllt mit 14 Versionen von Klassikern, aber auch ein paar Pop-Songs, und eingespielt gemeinsam mit seinem langjährigen Schlagzeug-Begleiter, dem Briten Pete York.

„Heart Attack No.1“ (Universal/Polydor, erscheint am 17. Februar) ist ein erstaunliches Paket geworden. Es ist natürlich auch ein typisch schräges Schneider-Album: kauzig, rumpelnd, garagensoundig. Bei den mittigen Klängen seiner Hammondorgel hat man meistens den Eindruck, sie stehe irgendwie lecker eingemümmelt unter einer Wolldecke.

Grotesk bis gruselig

Bisweilen piesackt Schneider den Hörer dann aber auch mit spitz plärrenden Dissonanzen oder ein paar grottigen Gitarreneinwürfen. Wenn die Lied-Enden nicht herrlich ins Chaos torkeln, kommen sie als schräger Schluss-Tusch daher. Und da Helge bisweilen das Englische bemüht, geht’s auch grotesk bis gruselig zu.

Aber dieser Clown ist auch purer Könner. Was Schneider bei „Body & Soul“ oder „Jumpin’ At The Woodside“ (wunderbares Zitat der „Dalli Dalli“-Melodie!) an lässig swingender Improvisation aus dem Ärmel schüttelt, ist richtig gut, richtig virtuos: elegante Melodiebögen, hohes Tempo, souveräne Ausflüge in den Freejazz, dazu schicke Harmonielinien mit der linken Hand. Hut ab.

Immense Spielfreude

Sein groovendes Zusammenspiel mit dem Kollegen York, der tatsächlich bei „I Feel Good“ auch als Sänger aktiv wird, zeugt von immenser Spielfreude. Diese Zwei hatten zusammen hörbaren Spaß im Studio. Bei „As Time Goes By“ beispielsweise lacht sich Helge beim Singen plötzlich kaputt. York wiehert dazu hinterm Schlagzeug – und der Hörer selbstverständlich auch.

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