Rockkonzert

„Happy Birthday“ mit Linkin Park in Oberhausen

Chester Bennington, die Stimme von Linkin Park, in der Arena Oberhausen.

Chester Bennington, die Stimme von Linkin Park, in der Arena Oberhausen.

Foto: Kai Kitschenberg/WAZ FotoPool

Oberhausen.   Mike Shinoda und Chester Bennington, die Köpfe von Linkin Park, demonstrieren als Majestäten im Reich des Nu-Metal auf dem Laufsteg ins Publikum händeschüttelnd Volksnähe. 12.000 Fans sind vollkommen aus dem Häuschen. Und singen sogar ein Ständchen für Benningtons Zwillingstöchter, die ihren Papa vermissen.

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„Happy Birthday“ wird auf Metal-Konzerten nicht alle Tage gesungen. Aber wenn Chester Bennington beim Linkin-Park-Publikum in der Arena ein Ständchen für seine Zwillinge Lily und Lila ordert, lässt es sich nicht lang bitten. Die 12.000 grölen mit, auch wenn längst nicht jeder verstanden hat, wie die Mädels heißen. Sie dachten eigentlich, dass ihr Papa an diesem Sonntagabend mit ihnen den dritten Geburtstag feiert.

Aber Papa musste arbeiten, irgendwo in Europa. Seine Band hatte gerade den „Ausverkauft“-Preis der Arena Oberhausen bekommen – kurz bevor sie die Halle für 100 Minuten derart rockte, dass nach der letzten Zugabe immer noch ungläubiger Beifall das Oval füllte. Und der Oberhausener Preis war nicht der einzige dieses Abends – Mike Shinoda, wenn schon nicht der Kopf, so doch das „Hirn“ der Band, hielt stolz sein Smartphone in die Kamera: Mit der Nachricht, dass Linkin Park gerade in Glasgow den MTV Europe Award als „bester Rock-Act“ gewonnen hatte.

Klassiker und Fan-Smartphones

In der Tat fegt die Band selbst bei einem eher routinierten Auftritt wie in Oberhausen immer noch als gut organisiertes Beben über die Bühne. Sie dosiert die Titel vom neuen, teils überhart geratenen Album „The Hunting Party“ vorsichtig. Dementsprechend begeistert rasen je nach Titel fast zwölf- oder vierundzwanzigtausend Arme in die Höhe, schwenken zu Band-Klassikern wie „Given Up“, „Shadow of The Day“, „Burn It Down“, „Castle Of Glass“ oder „In The End“.

Für die verschärfte Kunstkrach-Produktion wird derart gescratcht und gesampelt, dass einem Bassmann wie Dave Farrell oft nur noch mit Posing durchdringen kann. Shinoda und Bennington dagegen demonstrieren als Majestäten im Reich des Nu-Metal auf dem Laufsteg ins Publikum händeschüttelnd Volksnähe, bekommen sogar Fan-Smartphones zum Filmen hochgereicht. Und kurz vor Schluss kriegt auch Brad Delson ein ordnungsgemäßes Solo für seine sechs Saiten – Linkin Park 2014, Mission erfüllt.

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